Am Mac könnt ihr euren Bildschirm in mehrere virtuelle Desktops aufteilen – Apple nennt das „Spaces“. Das ist extrem praktisch, um verschiedene Projekte oder Anwendungen sauber zu organisieren. Aber manchmal braucht ihr bestimmte Programme auf allen Desktops gleichzeitig. Hier zeige ich euch, wie das funktioniert.
Virtuelle Desktops am Mac erstellen
Falls ihr noch keine zusätzlichen Desktops habt: Öffnet Mission Control mit vier Fingern nach oben wischen auf dem Trackpad oder drückt F3. Oben rechts seht ihr dann ein Plus-Symbol, mit dem ihr neue Desktops anlegen könnt. Alternativ könnt ihr auch mit drei Fingern nach links oder rechts wischen, um zwischen den Spaces zu wechseln.
Fenster auf allen Desktops verfügbar machen
Jetzt kommt der eigentliche Trick: Öffnet das Programm, das auf allen Desktops erscheinen soll. Klickt dann im Dock mit der rechten Maustaste (oder Control + Klick) auf das entsprechende App-Symbol. Im Kontextmenü wählt ihr „Optionen“ und dann „Zuweisen zu“ → „Alle Schreibtische“.
Ab sofort ist dieses Fenster von jedem virtuellen Desktop aus per Klick auf das Dock-Symbol erreichbar, ohne dass macOS automatisch zu einem anderen Space wechselt. Das ist besonders nützlich für Programme wie Notizen, Taschenrechner, Kalender oder Chat-Apps, die ihr immer griffbereit haben wollt.
Erweiterte Optionen für Power-User
In den macOS-Systemeinstellungen unter „Schreibtisch & Dock“ findet ihr weitere nützliche Einstellungen für Mission Control. Besonders interessant:
- „Displays haben separate Spaces“: Wenn ihr mehrere Monitore nutzt, bekommt jeder seine eigenen virtuellen Desktops
- „Beim Wechseln zu einer App zu einem Space mit geöffneten Fenstern dieser App wechseln“: Praktisch, aber manchmal störend
- „Fenster nach App gruppieren“: Organisiert eure Fenster übersichtlicher in Mission Control
Keyboard-Shortcuts für Profis
Mit Tastenkombinationen arbeitet ihr noch effizienter:
– Control + Pfeil links/rechts: Zwischen Spaces wechseln
– Control + Zahl: Direkt zu einem bestimmten Desktop springen
– F3 oder Control + Pfeil hoch: Mission Control öffnen
– F4: Launchpad anzeigen
Diese Shortcuts könnt ihr in den Systemeinstellungen unter „Tastatur“ → „Tastaturkurzbefehle“ → „Mission Control“ nach euren Wünschen anpassen.
Praktische Anwendungsszenarien
Virtuelle Desktops sind nicht nur Spielerei. Hier ein paar bewährte Setups:
Setup 1: Nach Aktivitäten trennen
– Desktop 1: Mail, Kalender, Notizen (immer auf allen Spaces)
– Desktop 2: Webbrowser für Recherche
– Desktop 3: Kreativ-Apps wie Photoshop oder Final Cut
– Desktop 4: Kommunikation (Slack, Teams, Messages)
Setup 2: Nach Projekten organisieren
Jeder Desktop repräsentiert ein anderes Projekt mit den jeweiligen Apps und Dokumenten. Chat-Programme und Systemtools laufen auf allen Spaces mit.
Troubleshooting: Wenn’s nicht klappt
Manchmal funktioniert die Zuweisung nicht wie erwartet. Das liegt oft daran, dass die App bereits in Vollbildmodus läuft oder spezielle Fenster-Modi nutzt. In diesem Fall:
- App aus dem Vollbildmodus nehmen
- Alle Fenster der App schließen
- App neu starten und dann die Dock-Einstellung ändern
Bei manchen Apps wie Xcode oder Logic Pro kann es vorkommen, dass nur das Hauptfenster, nicht aber zusätzliche Paletten oder Inspector-Fenster auf allen Desktops erscheinen.
Fazit
Die Spaces-Funktion von macOS ist ein mächtiges Tool für bessere Produktivität. Kombiniert mit der Möglichkeit, wichtige Apps auf allen Desktops verfügbar zu machen, bekommt ihr ein flexibles System, das sich perfekt an euren Workflow anpasst. Probiert verschiedene Setups aus und findet heraus, was für eure Arbeitsweise am besten funktioniert.
Zuletzt aktualisiert am 13.04.2026

