Programm zum Kontext-Menü des Desktops hinzufügen

von | 17.08.2016 | Windows

Um Programme schnell zu starten, kann man sie ans Start-Menü oder die Taskleiste anheften. Alternativ lassen sie sich auch im Kontext-Menü des Desktops unterbringen. Denn auch dieses hat man ja immer sehr schnell zur Hand.

Dazu sind ein paar Optionen in der Registry zu setzen. Wie immer gilt hier besondere Obacht, damit nichts Anderes verstellt wird. Bevor ihr loslegt, empfiehlt es sich, ein Backup der Registry zu erstellen. Drückt dazu [Win]+[R], tippt „regedit“ ein und geht im Registry-Editor auf „Datei“ > „Exportieren“, um eine Sicherungskopie zu erstellen.

Zuerst [Win]+[R] drücken, regedit eintippen und mit OK bestätigen. Jetzt links zum Schlüssel HKEY_CLASSES_ROOT, Directory, Background, Shell wechseln. Dann mit der rechten Maustaste auf Shell klicken und Neu, Schlüssel wählen. Als Namen die gewünschte Beschriftung im Desktop-Menü eintippen.

Jetzt innerhalb dieses neuen Schlüssels einen weiteren Schlüssel namens command erstellen. Danach den kompletten Pfad zu der .exe-Datei kopieren, die gestartet werden soll – dazu im Explorer bei gedrückter [Umschalt]-Taste auf die Datei rechtsklicken und Als Pfad kopieren. Nachdem im neuen Schlüssel command rechts doppelt auf (Standard) geklickt wurde, den kopierten Pfad jetzt dort als Wert einfügen und mit OK bestätigen.

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Erweiterte Optionen für das Kontextmenü

Innerhalb des erstellten Schlüssels lassen sich weitere Anpassungen vornehmen. Mit dem Zeichenfolgenwert Icon kann man dem Menüeintrag ein Icon zuweisen. Dazu den Pfad zur .exe-Datei oder einer .ico-Datei angeben. Falls die Anwendung mehrere Icons enthält, kann man mit einem Komma und einer Zahl das gewünschte Icon auswählen, beispielsweise „C:ProgrammeApp.exe,2“.

Mit dem DWORD-Wert Position lässt sich die Reihenfolge der Einträge bestimmen. Niedrigere Zahlen erscheinen weiter oben im Menü. Standard-Einträge wie „Anpassen“ haben meist Werte zwischen 1000-3000, sodass eigene Programme mit Werten unter 100 ganz oben erscheinen.

Für Programme, die Administratorrechte benötigen, kann der Zeichenfolgenwert HasLUAShield auf „1“ gesetzt werden. Dadurch erscheint das UAC-Shield-Symbol neben dem Eintrag.

Mehrere Programme in einem Untermenü

Bei vielen Programmen kann ein Untermenü übersichtlicher sein. Dazu wird zuerst ein Hauptschlüssel erstellt und diesem der Unterordner shell hinzugefügt. In diesem shell-Ordner können dann beliebig viele Programme als Unterschlüssel angelegt werden, jeweils wieder mit eigenem command-Unterordner.

Für das Hauptmenü kann zusätzlich der Zeichenfolgenwert MUIVerb angelegt werden, um die Beschriftung zu definieren. Mit SubCommands lassen sich auch vordefinierte Windows-Befehle einbinden.

Moderne Alternativen

Seit Windows 11 22H2 hat Microsoft die Kontextmenü-Struktur grundlegend überarbeitet. Das klassische Kontextmenü ist nun zweigeteilt: oben moderne Symbole, unten der Link „Weitere Optionen anzeigen“ für das klassische Menü. Registry-Einträge nach obiger Methode erscheinen nur im klassischen Bereich.

Für moderne Kontextmenü-Einträge in Windows 11 ist die Implementierung über Package.appxmanifest-Dateien oder PowerToys notwendig. PowerToys bietet seit Version 0.75 eine grafische Oberfläche zum Hinzufügen von Kontextmenü-Einträgen ohne Registry-Eingriffe.

Alternativ gibt es Tools wie ShellMenuNew oder Context Menu Editor, die diese Aufgabe mit benutzerfreundlicher Oberfläche übernehmen. Diese Programme sind besonders für weniger erfahrene Nutzer empfehlenswert.

Tipps für die Praxis

Beim Hinzufügen von Programmen solltet ihr darauf achten, dass die Pfade keine Sonderzeichen enthalten, die Probleme verursachen könnten. Bei Programmen in Ordnern mit Leerzeichen muss der komplette Pfad in Anführungszeichen stehen.

Falls ein Programm Parameter benötigt, können diese nach dem Pfad in der command-Zeile ergänzt werden. Beispiel: „C:ProgrammeEditor.exe“ /new für einen Editor, der direkt ein neues Dokument öffnet.

Zum Entfernen der Einträge genügt es, die entsprechenden Schlüssel in der Registry zu löschen. Nach Registry-Änderungen ist meist kein Neustart erforderlich – ein Klick ins Leere des Desktops reicht, damit die Änderungen aktiv werden.

Diese Methode funktioniert von Windows 7 bis Windows 11 und ist eine praktische Ergänzung zu den Standard-Startmöglichkeiten für häufig verwendete Programme.

Zuletzt aktualisiert am 07.04.2026