CPU-Kerne zählen: So ermittelt ihr die Prozessor-Leistung

von | 07.10.2017 | Windows

Wer leistungshungrige Programme auf dem Computer einsetzen möchte, braucht einen starken Prozessor. Dabei spielt nicht nur die Taktfrequenz der CPU in Gigahertz eine Rolle. Auch die Anzahl der Kerne wirkt sich entscheidend darauf aus, wie schnell und flüssig Programme laufen – besonders bei modernen Anwendungen wie Video-Editing, Gaming, KI-Tools oder Streaming.

Moderne CPUs haben heute oft 8, 12, 16 oder sogar 24 Kerne. Zusätzlich gibt es bei vielen Prozessoren noch Performance- und Efficiency-Kerne (P-Cores und E-Cores), die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Ob im eigenen Computer ein 4-Core-, 8-Core- oder High-End-Prozessor mit noch mehr Kernen verbaut ist, könnt ihr direkt in Windows herausfinden.

Kerne über den Task-Manager ermitteln

Der einfachste Weg führt über den Windows Task-Manager:

  1. Mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle der Taskleiste klicken.
  2. Den Eintrag Task-Manager aufrufen (oder Strg+Shift+Esc drücken).
  3. Zum Tab Leistung wechseln.
  4. Links die Rubrik CPU auswählen.
  5. Rechts werden sowohl die Anzahl der Kerne als auch logische Prozessoren angezeigt.

Unterschied zwischen Kernen und Threads verstehen

Wichtig zu wissen: Moderne Prozessoren unterscheiden zwischen physischen Kernen und logischen Prozessoren (Threads). Dank Hyperthreading oder SMT (Simultaneous Multithreading) kann ein physischer Kern zwei Threads gleichzeitig bearbeiten. Ein 8-Kern-Prozessor zeigt dann beispielsweise 16 logische Prozessoren an.

Alternative Methoden zur Kern-Ermittlung

Über die Systeminformationen:
Gebt msinfo32 in die Windows-Suche ein. Unter „Systemübersicht“ findet ihr detaillierte Prozessor-Informationen einschließlich der Kern-Anzahl.

Über die Eingabeaufforderung:
Öffnet die Kommandozeile (cmd) und gebt ein: wmic cpu get NumberOfCores,NumberOfLogicalProcessors

Über PowerShell:
Mit Get-ComputerInfo | Select-Object CsProcessors erhaltet ihr ebenfalls CPU-Details.

Was bedeuten viele Kerne für die Praxis?

Mehr Kerne bedeuten nicht automatisch bessere Leistung. Es kommt darauf an, was ihr mit eurem Computer macht:

Gaming: Die meisten Spiele nutzen 4-8 Kerne optimal. Mehr bringt oft keinen Vorteil, dafür ist die Single-Core-Leistung wichtiger.

Video-Bearbeitung: Programme wie Premiere Pro, DaVinci Resolve oder Blender profitieren massiv von vielen Kernen. 12-16 Kerne sind hier keine Seltenheit.

Streaming: Wer gleichzeitig spielt und streamt, benötigt zusätzliche Kerne für die Encoding-Aufgaben.

KI und Machine Learning: Moderne KI-Anwendungen wie ChatGPT-Alternativen, die lokal laufen, oder Bildgenerierung nutzen alle verfügbaren Kerne.

Office und Surfen: Für alltägliche Aufgaben reichen 4-6 Kerne völlig aus.

Moderne CPU-Architekturen verstehen

Seit 2021 setzen sowohl Intel (12. Generation und neuer) als auch AMD (Ryzen 7000er Serie) auf Hybrid-Architekturen. Diese kombinieren:

  • Performance-Kerne (P-Cores): Für anspruchsvolle Aufgaben
  • Efficiency-Kerne (E-Cores): Für Hintergrundprozesse und Energieeffizienz

Ein Intel Core i7-14700K hat beispielsweise 8 P-Cores und 12 E-Cores, was insgesamt 28 Threads ergibt. Windows 11 erkennt diese Unterschiede automatisch und verteilt Aufgaben intelligent.

Worauf beim CPU-Kauf achten?

Bei der Prozessor-Wahl solltet ihr nicht nur auf die reine Kern-Anzahl schauen:

  • Cache-Größe: Mehr L3-Cache beschleunigt viele Anwendungen
  • Taktfrequenz: Sowohl Basis- als auch Boost-Takt sind relevant
  • Architektur: Neuere Generationen sind effizienter
  • Integrated Graphics: Moderne iGPUs reichen für 4K-Video und leichtes Gaming
  • Stromverbrauch: Wichtig für Notebooks und die Stromrechnung

Für 2026 empfehlen sich mindestens 8 Kerne für Gaming-PCs und 12-16 Kerne für Content-Creation-Workstations. Wer hauptsächlich Office-Anwendungen nutzt, kommt auch mit 6 Kernen gut zurecht – sollte aber auf eine moderne Architektur achten, die auch in den nächsten Jahren gut unterstützt wird.

Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026