QNAP-NAS mit Mac verbinden: Moderne Wege ohne Qfinder

von | 31.03.2020 | macOS

Wenn ihr ein QNAP-NAS einsetzt, dann verbindet ihr wahrscheinlich die Netzlaufwerke, die darauf sind, mit dem Mac. Damit könnt ihr dann wie auf eine lokale Festplatte auf die Dateien zugreifen. Die klassische Software dafür war der kostenlose Qfinder von QNAP selbst. Den aber immer wieder zu starten und die Verbindung manuell herzustellen, ist unnötiger Aufwand. Wir zeigen euch, wie es einfacher geht – und zwar ganz ohne zusätzliche Software.

Der moderne Weg: Direkte Finder-Verbindung

Seit macOS Big Sur (und noch besser optimiert in neueren Versionen bis macOS Sequoia 15.3) könnt ihr QNAP-NAS-Geräte direkt über den Finder verbinden, ohne den Qfinder zu benötigen. Das funktioniert über das SMB-Protokoll, das Apple kontinuierlich verbessert hat.

Öffnet den Finder und drückt Cmd+K oder geht auf „Gehe zu“ > „Mit Server verbinden“. Gebt die IP-Adresse eures QNAP-NAS ein, etwa „smb://192.168.1.100“ oder den Computernamen wie „smb://qnap-nas.local“. Nach der Eingabe eurer Zugangsdaten wird das NAS gemountet.

Permanente Verbindung einrichten

MacOS sieht hier das Anlegen eines Alias vor. Wenn ihr mit der rechten Maustaste auf das gemountete Laufwerk klickt, dann könnt ihr über Alias erzeugen eine Verknüpfung anlegen. Über die könnt ihr dann die Verbindung wieder herstellen. Der Nachteil: Ihr habt dann das Laufwerk und das Alias parallel auf dem Schreibtisch.

Einfacher ist es, wenn ihr beim Mounten des Laufwerkes im Qfinder den Haken bei Bereitgestellte Ordner zu „Favoriten“ im Finder hinzufügen setzt. Damit wird ein Eintrag im Favoritenbaum des Finder angelegt. Wenn ihr den Mac neu startet, dann ist die Verbindung zum NAS nicht hergestellt. Ein einfacher Klick auf den Favoriten stellt diese dann her. Auf dem Schreibtisch habt ihr dann nur einen Eintrag für das Netzlaufwerk.

Automatische Verbindung beim Login

Noch eleganter ist die automatische Verbindung beim Systemstart. Geht in die Systemeinstellungen > „Allgemein“ > „Anmeldeobjekte“ (in macOS Ventura und neuer). Hier könnt ihr unter „Bei Anmeldung öffnen“ euer NAS-Laufwerk hinzufügen. Das funktioniert allerdings nur, wenn ihr die Zugangsdaten im Schlüsselbund gespeichert habt.

Alternativ erstellt ihr ein kleines AppleScript, das beim Login ausgeführt wird:

mount volume "smb://BENUTZERNAME:PASSWORT@192.168.1.100/ORDNERNAME"

Speichert das Script als Programm und fügt es zu den Anmeldeobjekten hinzu.

Moderne QNAP-Features nutzen

QNAP hat in den letzten Jahren deutlich aufgerüstet. Die aktuellen QTS 5.1 und QuTS hero Systeme bieten bessere macOS-Integration. Besonders interessant ist die native Time Machine-Unterstützung, die seit macOS Monterey noch stabiler läuft.

Wenn ihr ein neueres QNAP-Modell (TS-x64, TS-x53D Serie oder neuer) besitzt, aktiviert in der QTS-Oberfläche unter „Systemsteuerung“ > „Netzwerk & Dateiendienste“ > „SMB/CIFS“ die Option „macOS-Unterstützung“. Das optimiert die Übertragungsgeschwindigkeit erheblich.

Netzwerk-Performance optimieren

Ein häufiges Problem bei NAS-Verbindungen ist die Performance. Seit macOS Monterey unterstützt Apple SMB 3.1.1 mit Multichannel-Support. Falls euer QNAP und euer Mac beide über mehrere Netzwerkschnittstellen verfügen, könnt ihr diese parallel nutzen.

Prüft in der Aktivitätsanzeige unter „Netzwerk“, ob die Übertragungsraten euren Erwartungen entsprechen. Bei Gigabit-Ethernet solltet ihr mindestens 80-100 MB/s erreichen können.

Troubleshooting: Wenn die Verbindung hakt

Falls die Verbindung instabil ist oder gar nicht funktioniert, prüft zunächst die Firewall-Einstellungen. macOS blockiert manchmal SMB-Verbindungen, besonders nach System-Updates.

In den Systemeinstellungen unter „Netzwerk“ > „Firewall“ könnt ihr Ausnahmen für Dateifreigaben hinzufügen. Alternativ deaktiviert ihr vorübergehend die Firewall zum Testen.

Ein weiterer häufiger Stolperstein sind veraltete SMB-Versionen. QNAP verwendet standardmäßig SMB 2/3, aber manchmal sind ältere Protokolle aktiviert, die macOS ablehnt. In der QTS-Oberfläche solltet ihr unter SMB-Einstellungen mindestens SMB 2.0 als Minimum setzen.

Cloud-Integration als Alternative

Wenn ihr häufig unterwegs seid, könnt ihr auch QNAP’s Cloud-Services nutzen. MyQNAPcloud oder die QuMagie-App synchronisieren Fotos automatisch, ähnlich wie iCloud, aber mit eurer eigenen Hardware.

Die QNAP-Mobile-Apps für iOS haben sich deutlich verbessert und bieten inzwischen eine brauchbare Alternative zum direkten Finder-Zugriff, besonders für den mobilen Zugriff auf eure Daten.

Zuletzt aktualisiert am 01.03.2026