Die erste E-Mail wurde im Jahr 1971 von Raymond Tomlinson verschickt. Ein Internet-Pionier, der 2016 im Alter von 74 Jahren verstorben ist – und dessen Erfindung bis heute unser digitales Leben prägt. Ein Blick auf den Mann, der das @ in unsere Tastaturen brachte und die elektronische Kommunikation revolutionierte.
Ray Tomlinson war ein begeisterter Technikfan, der unter anderem am ehrwürdigen Massachusetts Institute of Technology (MIT) über Sprach-Synthese forschte. Ab 1967 arbeitete Tomlinson für eine US-Firma an der Ostküste, die von der Regierung mit dem Aufbau des ARPAnet beauftragt wurde – dem Vorläufer des heutigen Internets.
1971 beschäftigte er sich zusammen mit Kollegen mit der Frage, wie sich Nutzer des Netzwerks gegenseitig Nachrichten zuschicken können. Die Vorstufe der E-Mail existierte damals nämlich noch nicht. Was folgte, war eine der wichtigsten Erfindungen der digitalen Ära.
Das @ machte den Unterschied
Weil Tomlinson aber auch Menschen in anderen Netzwerken als seinem eigenen erreichen wollte, entschied er sich für das „@“-Zeichen, das bis dahin in der Informatik keine besondere Bedeutung hatte. Die ersten E-Mails wurden 1971 verschickt. Damals mussten allerdings noch beide Partner der Kommunikation online sein – es waren also eher Chats als Mails.
Später definierte Tomlinson zusammen mit Kollegen, wie E-Mails aussehen sollten: mit Betreff-Zeile, Adress-Angaben, „CC“-Feldern und mehr. Die Grundstruktur hat sich bis heute kaum verändert. Man kann also sagen, dass Tomlinson uns die E-Mail geschenkt hat – und dem „@“-Zeichen seine heutige Bedeutung verpasste.
Eine Erfolgsgeschichte mit Höhen und Tiefen
Die Begeisterung für die elektronische Kommunikation war von Anfang an groß. Viele Menschen verbrachten schon in den ersten Jahren (1971, 1972) viel Zeit mit E-Mails. Die von Tomlinson entwickelte Software zum Versenden und Empfangen von E-Mails wurde schnell eine der beliebtesten Anwendungen im Internet.
Heute werden täglich über 350 Milliarden E-Mails verschickt – eine unvorstellbare Zahl, die zeigt, wie fundamental Tomlinsons Erfindung geworden ist. Allerdings ist nach wie vor viel Spam darunter. In den letzten Jahren hat sich die Situation zwar verbessert: Moderne KI-basierte Filter erkennen Spam heute deutlich zuverlässiger. Während in Spitzenzeiten bis zu 85% aller E-Mails Spam waren, liegt der Anteil 2026 bei etwa 40-45%.
E-Mail im Wandel der Zeit
Trotz neuer Kommunikationsformen bleibt die E-Mail erstaunlich relevant. Zwar kommunizieren wir heute über viele Kanäle: Slack, Discord, Teams, Signal, WhatsApp, Telegram und unzählige andere Messenger. Doch die E-Mail hat sich als das digitale Äquivalent zum Brief etabliert.
Besonders im Business-Bereich ist sie unverzichtbar geworden. Verträge, Rechnungen, Newsletter, Bestätigungen – all das läuft primär über E-Mail. Auch die Integration in moderne Workflows funktioniert nahtlos: KI-Assistenten können E-Mails automatisch kategorisieren, Termine aus E-Mails extrahieren und sogar Antworten vorschlagen.
Die Zukunft der E-Mail
Moderne E-Mail-Systeme haben wenig mit Tomlinsons ursprünglicher Erfindung gemeinsam. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Standard, intelligente Filter sortieren automatisch, und maschinelles Lernen hilft beim Verfassen von Nachrichten. Services wie Gmail, Outlook oder Proton Mail bieten Features, von denen Tomlinson nur träumen konnte.
Dennoch: Das Grundprinzip – eine asynchrone Nachricht von A nach B mit dem @-Zeichen als Trenner – funktioniert noch genauso wie 1971. Das zeigt, wie durchdacht Tomlinsons ursprüngliche Idee war.
Interessant ist auch der Generationenwechsel: Während Gen Z oft lieber über Instagram oder TikTok kommuniziert, greifen sie spätestens im Berufsleben zur E-Mail. Sie bleibt das universelle Kommunikationsprotokoll der digitalen Welt – egal ob zwischen Unternehmen, Behörden oder Privatpersonen.
Ray Tomlinson starb 2016, aber sein digitales Erbe lebt weiter. Jeden Tag nutzen Milliarden Menschen seine Erfindung. Das @ ist längst mehr als nur ein Zeichen – es ist ein Symbol für die vernetzte Welt geworden. Von Social Media bis hin zu Kryptowährungen: Überall begegnet uns Tomlinsons Vermächtnis.
Zuletzt aktualisiert am 09.04.2026



