Früher waren kostspielige Programme nötig, um 3D-Modelle zu erstellen und designen. Heute reicht ein Browser: Jeder kann kostenlos 3D-Modelle erstellen.
Wer realitätsnahe 3D-Modelle erschaffen möchte, benötigt dafür keine teure Software mehr: Für viele Zwecke genügt bereits der Besuch des Web-Angebots app.sketchup.com. Die Entwickler der 3D-Software SketchUp haben ihr Browser-Tool seit 2024 deutlich erweitert und bieten nun eine vollwertige Web-App an, die mit der Desktop-Version fast schon mithalten kann – und das kostenlos für private Nutzer.
Die aktuelle SketchUp for Web Version punktet mit einer komplett überarbeiteten Benutzeroberfläche, die sich deutlich flüssiger bedienen lässt als frühere Versionen. Über die intuitive Werkzeugleiste links erstellen und kombinieren Nutzer geometrisch korrekte Gebilde und erschaffen damit etwa einzelne Gebäude, komplette Straßenzüge oder ganze Stadtteile. Die intelligenten Werkzeuge helfen dabei, dass Formen und Linien immer die richtige Ausrichtung und Proportionen haben. So werden Rechtecke mit wenigen Maus-Zügen zu Quadern, die wiederum mit einigen Klicks zu detaillierten Häusern mit Dach, Fenstern und Türen werden.
Besonders praktisch: Die Web-Version unterstützt seit 2025 auch VR-Brillen direkt im Browser. Mit einem kompatiblen Headset könnt ihr eure 3D-Modelle in Echtzeit begehen und aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Das macht die Arbeit nicht nur intuitiver, sondern hilft auch dabei, Proportionen und räumliche Zusammenhänge besser zu verstehen.
Die Material- und Farbauswahl wurde ebenfalls stark erweitert. Aus welchem Material die Oberflächen bestehen, welche Farbe sie haben, ob die Gegenstände einen Schatten werfen und weitere Einstellungen legt ihr über die Werkzeuge in der rechten Seitenleiste fest. Neu ist die KI-gestützte Materialerkennung: Ladet ihr ein Foto hoch, analysiert die Software automatisch Texturen und Farben und erstellt passende 3D-Materialien daraus.
Das Online-Repertoire des Anbieters ist mittlerweile auf über 5 Millionen vorgefertigte 3D-Modelle angewachsen. Hier findet ihr fertige Vorlagen für praktisch jeden Zweck – von Möbeln über Fahrzeuge bis hin zu kompletten Architektur-Elementen. Diese lassen sich direkt ins Projekt laden, verwenden und nach Belieben abwandeln. Besonders nützlich für Architekten und Inneneinrichter: Viele bekannte Hersteller stellen ihre Produkte als originalgetreue 3D-Modelle zur Verfügung.
Wer sein Modell speichern und später vollenden oder auf einem anderen Rechner fortsetzen möchte, muss ein kostenloses Trimble-Konto anlegen. Alle Arbeiten sind mit diesem Konto verknüpft und in der Cloud gespeichert. Der kostenlose Account bietet 10 GB Speicherplatz – für die meisten privaten Projekte völlig ausreichend. Profis können auf kostenpflichtige Tarife mit mehr Speicher und erweiterten Kollaborations-Features upgraden.
Die Zusammenarbeit im Team funktioniert mittlerweile nahtlos: Mehrere Personen können gleichzeitig an einem Projekt arbeiten, Änderungen werden in Echtzeit synchronisiert. Kommentare und Anmerkungen lassen sich direkt im 3D-Modell platzieren – ideal für Feedback-Runden mit Kunden oder Kollegen.
Ein weiteres Highlight ist die Integration in gängige CAD- und BIM-Systeme. Modelle lassen sich problemlos in Formate wie DWG, IFC oder 3DS exportieren und in professionellen Architektursoftware-Paketen weiterbearbeiten. Umgekehrt können auch komplexe CAD-Dateien importiert und in SketchUp verfeinert werden.
Für Einsteiger besonders wertvoll: Die integrierte Lernplattform SketchUp Campus bietet interaktive Tutorials direkt in der Web-App. Schritt für Schritt lernt ihr die wichtigsten Techniken, während ihr gleichzeitig an echten Projekten arbeitet. Die Tutorials sind auf Deutsch verfügbar und decken alles von Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Modellierungstechniken ab.
Für eine reine Web-App hat app.sketchup.com mittlerweile eine beachtliche Ausstattung und kann in vielen Bereichen mit Desktop-Programmen mithalten. Wer mehr Power braucht, kann jederzeit zur kostenpflichtigen Desktop-Version wechseln, die noch umfangreichere Funktionen und Plugin-Unterstützung bietet. Für die meisten Hobby-Projekte und viele professionelle Anwendungen reicht die Browser-Version aber vollkommen aus.
Zuletzt aktualisiert am 05.04.2026

