OneDrive: So synchronisiert ihr beliebige Ordner mit der Microsoft-Cloud

von | 24.12.2012 | Tipps

Microsoft OneDrive (ehemals SkyDrive) bietet heute bis zu 1 TB Speicherplatz für Microsoft 365-Nutzer und 5 GB kostenlos für alle anderen. Die Synchronisation mit dem Desktop funktioniert mittlerweile deutlich eleganter als früher – aber es gibt immer noch Situationen, wo ihr beliebige Ordner außerhalb des Standard-OneDrive-Pfads synchronisieren wollt.

Standardmäßig synchronisiert OneDrive nur den festgelegten OneDrive-Ordner in eurem Benutzerverzeichnis. Was aber, wenn wichtige Daten in anderen Ordnern liegen – etwa Projektdateien auf D:, Fotos auf einer externen Festplatte oder Arbeitsordner an speziellen Pfaden? Hier kommen symbolische Links ins Spiel.

Die moderne Lösung: OneDrive-Umleitung mit mklink

Die Technik der symbolischen Links funktioniert auch heute noch zuverlässig und ist sogar unter Windows 11 der effizienteste Weg, beliebige Ordner in die OneDrive-Synchronisation einzubinden. Der Vorteil: OneDrive erkennt diese Links als echte Ordner und synchronisiert sie vollständig.

So richtet ihr symbolische Links für OneDrive ein:

  1. Eingabeaufforderung als Administrator öffnen:
    • Windows 11/10: Rechtsklick auf Start-Button → „Terminal (Administrator)“ oder „Windows PowerShell (Administrator)“
    • Alternativ: Windows-Taste + R, „cmd“ eingeben, Strg+Shift+Enter drücken
  2. Symbolischen Link erstellen:
    mklink /d "%userprofile%OneDriveMeinProjekt" "D:Wichtige ProjekteMeinProjekt"
    
  3. OneDrive neu starten (über das Cloud-Symbol im Systemtray)

Der Ordner „MeinProjekt“ erscheint nun in eurem OneDrive-Ordner, die Daten stammen aber weiterhin von „D:Wichtige ProjekteMeinProjekt“. Jede Änderung wird automatisch in die Cloud synchronisiert.

Was hat sich 2024/2025 verändert?

Microsoft hat OneDrive in den letzten Jahren deutlich verbessert:

Files On-Demand ist Standard: Dateien werden nur bei Bedarf heruntergeladen, was Speicherplatz spart. Symbolische Links funktionieren auch mit diesem Feature.

Bessere Konfliktlösung: OneDrive erkennt Datei-Konflikte zuverlässiger und bietet elegante Lösungsoptionen.

Integrierte Ordner-Synchronisation: Seit 2024 könnt ihr in den OneDrive-Einstellungen auch direkt zusätzliche Ordner zur Synchronisation hinzufügen – allerdings nur auf derselben Festplatte.

KI-Integration: OneDrive nutzt Microsoft Copilot für intelligente Dateierkennung und -organisation.

Praktische Anwendungsfälle

Fotografen: Rohdaten bleiben auf der schnellen Arbeits-SSD, werden aber automatisch in OneDrive gesichert:

mklink /d "%userprofile%OneDriveRAW-Fotos" "D:FotografieRAW"

Entwickler: Projekt-Code synchronisieren, ohne das komplette Repository zu verschieben:

mklink /d "%userprofile%OneDriveCodeMeinApp" "C:DevProjekteMeinAppsrc"

Content Creator: Video-Projekte auf externer Festplatte, aber automatisches Backup:

mklink /d "%userprofile%OneDriveVideosProjekte" "E:VideoBearbeitungAktuelle Projekte"

Alternative: OneDrive-Ordner komplett verschieben

Seit Windows 10 könnt ihr den kompletten OneDrive-Ordner auf eine andere Festplatte verlegen:

  1. OneDrive-Einstellungen öffnen (Rechtsklick auf OneDrive-Symbol)
  2. „Konto“ → „Ordner wählen“
  3. „Synchronisierung beenden“ → „Ordner ändern“
  4. Neuen Pfad auswählen

Diese Methode eignet sich, wenn ihr grundsätzlich mehr Speicherplatz oder eine andere Festplatte nutzen wollt.

Wichtige Tipps und Fallstricke

Aufräumen: Symbolische Links löscht ihr mit rmdir "Pfad zum Link" – die ursprünglichen Daten bleiben erhalten.

Berechtigungen: Achtet darauf, dass OneDrive Zugriff auf die verlinkten Ordner hat. Bei Netzlaufwerken kann es Probleme geben.

Speicherplatz: Verlinkte Ordner zählen zum OneDrive-Kontingent. Plant entsprechend.

Backup-Strategie: Symbolische Links sind kein Ersatz für echte Backups, sondern eine Synchronisationshilfe.

Fazit: Flexibilität für Power-User

Obwohl OneDrive heute deutlich flexibler ist als früher, bleiben symbolische Links das mächtigste Werkzeug für individuelle Synchronisations-Setups. Besonders für Nutzer mit komplexeren Ordnerstrukturen oder speziellen Anforderungen sind sie unverzichtbar.

Die Technik funktioniert übrigens nicht nur mit OneDrive, sondern auch mit Google Drive, Dropbox und anderen Cloud-Diensten, die lokale Ordner synchronisieren. Ein universeller Trick also, der auch 2026 noch seinen Wert hat.

Zuletzt aktualisiert am 23.04.2026