Smart-Home-Geräte in der Küche: Praktisch oder IT-Sicherheitsrisiko?

von | 13.05.2026 | Internet

Immer mehr Menschen setzen auf die Vorteile der Digitalisierung. Mittlerweile haben die neuen Technologien auch viele Geräte in der Küche erreicht, ob als smarte Kaffeemaschine oder als Airfryer mit WLAN-Verbindung.

Nutzer können dann Informationen über das Internet abrufen und teilweise sogar Befehle verschicken. So lässt sich im Handumdrehen ein Kaffee in Auftrag geben, während man noch im Bett liegt.

Doch die zunehmende Vernetzung kann auch mit einigen IT-Risiken einhergehen, schließlich benötigen Smart-Home-Geräte eine permanente Internetverbindung. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Tipps kann man dennoch für hohe Sicherheit sorgen.

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Fast jeder zweite Haushalt setzt heute auf smarte Geräte

Im Jahr 2024 nutzten bereits fast die Hälfte aller Haushalte mindestens ein Smart-Home-Gerät. Besonders beliebt sind vernetzte Lampen und intelligente Thermostate, die sowohl für Komfort als auch zur Energieeffizienz beitragen können. Staubsauger-Roboter gewinnen ebenfalls an Popularität und finden sich mittlerweile in jedem vierten Haushalt wieder.

Die neuen Technologien bieten zahlreiche Vorteile, können aber auch mit IT-Sicherheitsrisiken einhergehen. So warnen Experten schon seit einiger Zeit vor schlecht geschützten Smart-Home-Geräten, die nicht immer auf die neuesten Standards setzen. Angreifer könnten sich dadurch im schlimmsten Fall einen unberechtigten Fernzugriff verschaffen.

Im Anschluss lassen sich sensible Daten von allen Übertragungen innerhalb eines WLANs abgreifen. Oder die Hacker übernehmen sogar die Steuerung eines smarten Geräts, ohne dass die Besitzer etwas davon mitbekommen. In einem aktuellen Beispiel deckte ein Tüftler eine Sicherheitslücke bei Staubsauger-Robotern, die Tausende von Geräten betraf.

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Welche smarten Küchenhelfer sind besonders beliebt?

Sprachassistenten

Wer gerne kocht und zusätzliche Unterhaltung oder Hilfe bei Rezepten benötigt, setzt oft auf einen praktischen Sprachassistenten von Amazon oder Google. Entsprechende Geräte sind günstig und können beim Kochen eine wahre Hilfe sein. Aber sie hören auch permanent mit und lauschen dabei nach dem Aktivierungswort. Sollte einem Angreifer ein Zugriff gelingen, kann er womöglich permanent mithören und das Gesprochene aufzeichnen.

Intelligente Küchenmaschinen

Geräte wie Thermomix oder Monsieur Cuisine verfügen über zahlreiche Funktionen, um Gerichte fast schon servierfertig vorzubereiten. Sie wiegen, zerkleinern, rühren, kochen, garen und übernehmen somit fast den ganzen Kochprozess. Dank WLAN-Verbindung liefern sie auch viele praktische Rezepte, die besonders gut funktionieren. Eine zusätzliche App stellt noch unzählige weitere Funktionen zum einfachen Kochen bereit.

Smarte Kaffeeautomaten

Kaffeeliebhaber können ebenfalls von smarten Zusatzfunktionen profitieren. So lässt sich eine vernetzte Kaffeemaschine vom Bett aus bedienen und starten, damit die erste Tasse bereits zum Aufstehen verfügbar ist. Dank mehrerer Profile können Nutzer sogar ihre Vorlieben einstellen und speichern. Das erlaubt eine hohe Personalisierung, erfordert aber auch eine App auf dem Handy, die wiederum viele private Daten benötigt.

Clevere Airfryer

Airfryer oder Heißluftfritteusen gehören mittlerweile zum modernen Haushalt mit dazu. Sie bereiten zahlreiche Speisen wie Kartoffeln, Gemüse oder Fleisch knusprig zu, ohne viel Öl einsetzen zu müssen. Das kann zu einer gesünderen Ernährung beitragen. Auch hier sind viele Funktionen über die App verfügbar, zudem lässt sich das Gerät über einen Sprachassistenten steuern, was die Bedienung vereinfachen kann.

Mit diesen Tipps ist eine sichere Nutzung garantiert

Grundsätzlich gilt: Die meisten smarten Geräte sind in der Regel ausreichend abgesichert, sodass es keine größeren Risiken geben sollte. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann auch die folgenden Tipps beachten.

WLAN mit einem VPN auf dem Router absichern

Die meisten Smart-Home-Geräte nutzen WLAN, um Informationen über das Internet verschicken zu können. Innerhalb des WLANs erfolgt der Austausch zwischen den Geräten aber zumeist unverschlüsselt. Ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) auf dem Router kann dieses Problem lösen, indem es alle Übertragungen verschlüsselt.

Sollte ein Angreifer tatsächlich mal ins Netzwerk eindringen, kann er die übertragenen Daten nicht mehr so einfach auslesen. Zudem profitiert man bei der Nutzung von höherer Privatsphäre. Seriöse VPN-Anbieter bieten dabei oft eine Geld-zurück-Garantie an. Wer mit dem Angebot nicht zufrieden ist, erhält den gesamten Kaufpreis wieder zurück.

Separate Konten einrichten und starke Passwörter nutzen

Insbesondere Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant verfügen über viele private Daten, sofern sie mit dem Hauptkonto eines Nutzers verbunden werden. Benötigt man aber nur die Grundfunktionen ohne eine hohe Personalisierung, kann auch ein separates Konto sinnvoll sein. Dann bleiben viele persönliche Informationen im Verborgenen.

Starke Passwörter für alle Konten sind ebenfalls ein absolutes Muss. Zur Nutzung ist je nach Hersteller sogar ein separates Konto notwendig, was die Verwaltung komplizierter machen kann. Ein moderner Passwort-Manager bietet hier praktische Hilfe, indem er beim Erstellen und Verwahren aller notwendigen Passwörter hilft.

Nur auf namhafte Hersteller mit regelmäßigen Updates vertrauen

Regelmäßige Updates von Software und Firmware sind oft der beste Schutz gegen neu entdeckte Sicherheitslücken. Doch einige Hersteller von Smart-Home-Geräten liefern bereits nach kurzer Zeit keine Updates mehr. Das bedeutet, je länger ein solches Gerät im Einsatz bleibt, desto größer ist die mögliche Angriffsfläche.

Deswegen sollten nur smarte Geräte von namhaften Herstellern mit langem Support gekauft werden. Auf lange Sicht kann das sogar sehr viel Geld sparen, weil kostspielige Neuanschaffungen vermieden werden. Einige Hersteller sind besonders transparent und erwähnen vorab, wie lange sie Sicherheitsupdates bereitstellen werden.

Fazit: Mit den richtigen Tipps gibt es in der Smart-Home-Küche von Morgen keine Probleme

Smarte Küchengeräte bieten praktische Vorteile, auf die viele Nutzer nicht mehr verzichten können. Ein Sprachassistent in der Küche ist in so einigen Haushalten bereits der Standard, hinzu kommen immer mehr clevere Airfryer und Kaffeemaschinen. Sie geben Tipps bei der Zubereitung oder übernehmen sogar ganze Prozesse automatisch.

Doch es gibt auch gewisse IT-Sicherheitsrisiken, die man vorab unbedingt adressieren sollte. Eine zusätzliche Absicherung des WLANs durch ein VPN garantiert verschlüsselte Übertragungen und trägt zur Privatsphäre bei. Starke Passwörter und regelmäßige Updates sind ebenso wichtig, um hohe Sicherheit in der Smart-Home-Küche zu gewährleisten.