OneDrive ist seit Windows 10 fester Bestandteil des Systems und synchronisiert eure Cloud-Dateien automatisch mit dem lokalen Speicher. Standardmäßig landen diese Daten im Benutzerordner auf der Systemfestplatte – meist der C:-Partition. Bei größeren Cloud-Bibliotheken kann das schnell problematisch werden, besonders wenn ihr eine kleinere SSD als Systemlaufwerk nutzt.
Glücklicherweise lässt sich der OneDrive-Ordner ohne großen Aufwand auf ein anderes Laufwerk verschieben. Das funktioniert sowohl unter Windows 10 als auch Windows 11 nach dem gleichen Prinzip.
Warum den OneDrive-Ordner verschieben?
Die Gründe sind vielfältig: Viele moderne Laptops haben nur eine kleine SSD für das System, während größere Datenmengen auf einer zweiten Festplatte besser aufgehoben sind. Auch bei Desktop-PCs macht es Sinn, Cloud-Daten von der schnellen System-SSD auf eine geräumigere Datenfestplatte zu verlagern. So bleibt mehr Platz für Programme und das System läuft flüssiger.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Klickt mit der rechten Maustaste auf das OneDrive-Symbol im Infobereich der Taskleiste (rechts unten bei der Uhr).
- Wählt „Einstellungen“ aus dem Kontextmenü.
- Im Einstellungsfenster findet ihr den Tab „Konto“. Dort klickt auf „Verknüpfung dieses PCs aufheben“.
- Bestätigt die Abmeldung. OneDrive synchronisiert jetzt nicht mehr, die lokalen Dateien bleiben aber erhalten.
- Öffnet den Windows Explorer und navigiert zu eurem Benutzerordner (meist C:Benutzer[Euer Name]).
- Markiert den kompletten OneDrive-Ordner und schneidet ihn aus (Strg+X oder Rechtsklick → Ausschneiden).
- Wechselt zum gewünschten Ziellaufwerk (z.B. D:) und fügt den Ordner dort ein (Strg+V).
- Startet OneDrive neu, indem ihr auf das Cloud-Symbol in der Taskleiste klickt oder über das Startmenü.
- Bei der Einrichtung werdet ihr nach dem OneDrive-Ordner gefragt. Klickt auf „Speicherort ändern“ und wählt euren verschobenen Ordner aus.
- OneDrive prüft nun die vorhandenen Dateien und startet die Synchronisation.
Alternative Methode über die OneDrive-App:
Seit 2024 bietet Microsoft auch eine direktere Methode: In den OneDrive-Einstellungen findet ihr unter „Sicherung“ → „Erweiterte Einstellungen“ die Option „OneDrive-Ordner verschieben“. Diese Funktion übernimmt das Verschieben automatisch, ist aber nicht in allen OneDrive-Versionen verfügbar.
Wichtige Hinweise:
Achtet darauf, dass das Ziellaufwerk ausreichend Speicherplatz hat. OneDrive kann je nach Nutzung mehrere Hundert Gigabyte belegen. Verwendet außerdem möglichst ein internes Laufwerk – externe USB-Festplatten können Probleme verursachen, wenn sie nicht immer angeschlossen sind.
Falls ihr mehrere OneDrive-Konten nutzt (privat und geschäftlich), müsst ihr den Vorgang für jedes Konto separat durchführen. Die geschäftlichen OneDrive-Ordner haben meist andere Namen wie „OneDrive – Firmenname“.
Troubleshooting:
Sollte OneDrive nach dem Verschieben Probleme machen, könnt ihr die Einrichtung komplett zurücksetzen. Drückt Windows-Taste + R, gebt „onedrive /reset“ ein und startet OneDrive anschließend neu. Dann richtet ihr OneDrive von Grund auf neu ein und wählt dabei den gewünschten Speicherort.
Bei hartnäckigen Synchronisationsproblemen hilft oft ein kompletter Neustart des OneDrive-Prozesses über den Task-Manager. Beendet alle OneDrive-Prozesse und startet die Anwendung neu.
Moderne Alternativen:
Wer häufig zwischen verschiedenen Speicherorten wechselt, sollte einen Blick auf die OneDrive-Files-On-Demand-Funktion werfen. Damit werden Dateien nur bei Bedarf heruntergeladen, was erheblich Speicherplatz spart. Diese Option findet ihr in den OneDrive-Einstellungen unter „Einstellungen“ → „Dateien bei Bedarf“.
Das Verschieben des OneDrive-Ordners ist ein bewährter Weg, um Speicherplatz zu optimieren und eure Daten besser zu organisieren. Mit der richtigen Vorbereitung klappt der Umzug problemlos.
Zuletzt aktualisiert am 12.04.2026

