Thumbnail-Cache in Windows dauerhaft behalten

von | 20.12.2017 | Windows

Windows 11 und Windows 10 erstellen automatisch kleine Vorschaubilder (Thumbnails) von euren Fotos, Videos und anderen Dateien. Diese werden im sogenannten Thumbnail-Cache gespeichert, damit sie beim nächsten Öffnen des Ordners schneller angezeigt werden können. Das spart Zeit und sorgt für eine flüssigere Bedienung des Datei-Explorers.

Seit dem Windows 10 Creators Update (und weiterhin in Windows 11) löscht das System diesen Cache jedoch regelmäßig automatisch – meist bei jedem Neustart oder Herunterfahren. Das geschieht durch die automatische Wartung des Systems, die eigentlich dafür sorgen soll, dass Windows sauber und schnell läuft. Allerdings führt das dazu, dass die Thumbnail-Vorschauen immer wieder neu generiert werden müssen.

Besonders ärgerlich ist das, wenn ihr viele Fotos oder Videos habt. Nach jedem Neustart dauert es wieder eine Weile, bis alle Vorschaubilder neu erstellt sind. In Ordnern mit hunderten Bildern kann das spürbar ins Gewicht fallen und das Arbeiten verlangsamen.

Registry-Einstellung anpassen

Wer möchte, dass der Thumbnail-Cache erhalten bleibt, kann das automatische Löschen mit einem Registry-Eingriff deaktivieren:

  1. Dazu als Erstes gleichzeitig [Win]+[R] drücken, dann regedit eingeben und mit Enter bestätigen
  2. Nun den Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE, SOFTWARE, Microsoft, Windows, CurrentVersion, Explorer, VolumeCaches, Thumbnail Cache öffnen.
  3. Jetzt auf den Eintrag Autorun doppelklicken und den Wert von 3 auf 0 ändern.
  4. Mit OK bestätigen und den Registry-Editor schließen

Die automatische Wartung wird durch diese Änderung nicht beeinflusst und läuft weiterhin normal. Der einzige Unterschied: Der SilentCleanup-Job für den Thumbnail-Cache startet nicht mehr automatisch. Windows kann den Cache dann nicht mehr eigenmächtig löschen.

Alternative über Datenträgerbereinigung

Wer den Cache manuell verwalten möchte, kann das auch über die klassische Datenträgerbereinigung tun. Diese erreicht ihr über das Startmenü oder durch Eingabe von „cleanmgr“ in die Suchleiste. Dort findet ihr auch den Eintrag „Miniaturansichten“ und könnt selbst entscheiden, wann der Cache geleert werden soll.

Moderne Alternative: Storage Sense

Windows 11 bietet mit Storage Sense eine modernere Lösung zur Speicherplatzverwaltung. Diese findet ihr in den Einstellungen unter System > Speicher > Speicheroptimierung. Hier könnt ihr granular einstellen, welche temporären Dateien automatisch gelöscht werden sollen und welche nicht.

Bei Storage Sense lässt sich auch der Thumbnail-Cache konfigurieren. Geht dazu in die erweiterten Bereinigungsoptionen und deaktiviert dort die automatische Bereinigung der Miniaturansichten.

Performance-Auswirkungen bedenken

Bevor ihr die automatische Cache-Bereinigung deaktiviert, solltet ihr bedenken: Der Thumbnail-Cache kann über die Zeit durchaus mehrere Gigabyte groß werden, besonders wenn ihr viele Mediendateien habt. Das ist normalerweise kein Problem, aber bei knappem Speicherplatz solltet ihr das im Hinterkopf behalten.

Andererseits spart ein persistenter Cache deutlich Zeit beim Öffnen von Ordnern mit vielen Bildern oder Videos. Gerade bei großen Foto-Sammlungen oder Video-Archiven macht sich das positiv bemerkbar.

Fazit

Die Registry-Änderung ist ein einfacher Weg, um zu verhindern, dass Windows den Thumbnail-Cache ständig löscht. Wer hauptsächlich mit Mediendateien arbeitet, wird die Zeitersparnis beim Öffnen von Ordnern definitiv zu schätzen wissen. Bei kritischem Speicherplatz solltet ihr jedoch gelegentlich manuell aufräumen oder die moderne Storage Sense-Funktion nutzen, um flexibler zu bleiben.

Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026