Mal im Ernst: Wisst ihr noch, was ihr vor einem Jahr auf X (ehemals Twitter) gepostet habt? Das über die eigene Profilseite herauszufinden kann mühselig werden. Denn es werden immer nur wenige ältere Posts nachgeladen. Deswegen stellt X eine Funktion bereit, mit der ihr euer persönliches X-Archiv herunterladen könnt.
Dieses Archiv enthält dann in chronologischer Reihenfolge alle Nachrichten, die ihr jemals gepostet habt – inklusive Retweets, Likes und sogar gelöschte Posts. Anzeigen lässt sich das Archiv direkt in eurem Browser. Und so funktioniert die Erstellung eures X-Archivs:
- Öffnet die Seite https://x.com/settings/download_your_data.
- Wählt „X-Archiv“ aus der Liste der verfügbaren Datenexporte aus.
- Bestätigt eure Identität durch Eingabe eures Passworts oder per Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Klickt auf „Archiv anfordern“. Die Verarbeitung dauert je nach Anzahl eurer Posts zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden.
- Ihr erhaltet eine E-Mail mit einem Download-Link. Dieser ist 24 Stunden gültig.
- Ladet die ZIP-Datei herunter und entpackt sie auf eurem Computer.
- Öffnet die Datei „Your archive.html“ per Doppelklick im Browser.
Was ist im X-Archiv enthalten?
Das heruntergeladene Archiv ist deutlich umfangreicher geworden als die ursprüngliche Twitter-Version. Enthalten sind nicht nur eure Posts, sondern auch:
- Alle eure Tweets und Replies seit der Account-Erstellung
- Retweets und Quote Tweets
- Direkte Nachrichten (falls aktiviert)
- Listen von Accounts, denen ihr folgt und die euch folgen
- Eure Likes und Bookmarks
- Werbe-Interaktionen und Targeting-Daten
- Gelöschte Posts (soweit noch im System vorhanden)
Praktische Anwendungen des Archivs
Ein persönliches X-Archiv ist mehr als nur Nostalgie. Es bietet praktische Vorteile:
Content-Recycling: Ihr könnt erfolgreiche alte Posts identifizieren und ähnliche Inhalte erneut verwenden. Besonders nützlich für Creator und Unternehmen, die ihre erfolgreichsten Themen analysieren wollen.
Recherche-Tool: Sucht gezielt nach bestimmten Begriffen, Zeiträumen oder Gesprächspartnern. Die Suchfunktion des Archivs ist oft präziser als die native X-Suche.
Backup-Strategie: Falls euer Account gesperrt wird oder verloren geht, habt ihr eine vollständige Sicherung eurer Inhalte. Bei den aktuellen Turbulenzen um X besonders relevant.
Datenanalyse: Technikaffine Nutzer können die JSON-Dateien im Archiv auswerten und eigene Statistiken erstellen – Posting-Zeiten, häufigste Begriffe, Engagement-Patterns.
Datenschutz und was X über euch sammelt
Das Archiv offenbart auch, welche Daten X über euch sammelt. Neben den offensichtlichen Posts findet ihr:
- IP-Adressen und Standortdaten
- Geräteinformationen und verwendete Apps
- Werbe-IDs und Targeting-Kategorien
- Inferierte Interessen basierend auf eurem Verhalten
Ein Blick in diese Daten kann aufschlussreich sein – und manchmal erschreckend. Besonders die Datei „ad-engagements.js“ zeigt, wie detailliert X euer Verhalten trackt.
Alternative: Drittanbieter-Tools
Wer regelmäßig Backups möchte, kann auf Tools wie Tweetdeck-Alternativen oder Browser-Extensions zurückgreifen. Diese ermöglichen automatisierte Archivierung, haben aber oft Einschränkungen bei der Anzahl der exportierbaren Posts.
Tipp: Erstellt das Archiv regelmäßig neu, etwa alle sechs Monate. So verpasst ihr keine neueren Posts und habt immer eine aktuelle Sicherung.
Die Archiv-Funktion funktioniert übrigens auch bei gesperrten oder deaktivierten Accounts – solange ihr euch noch einloggen könnt. Ein letzter Rettungsanker für alle, die sich von X verabschieden, aber ihre digitale Geschichte bewahren wollen.
Zuletzt aktualisiert am 23.04.2026
