Outlook-Daten zu Microsoft 365 migrieren: So gelingt der Umzug

von | 08.02.2022 | Office

Mit dem Wechsel zu Microsoft 365 stehen viele vor der Herausforderung, ihre alten Outlook-Daten in die Cloud zu übertragen. Der Weg ist machbar, aber Microsoft versteckt die nötigen Funktionen nach wie vor in den Tiefen der Software.

Wichtig vorab: Ihr braucht zwingend eine Desktop-Version von Outlook (ab Version 2010, empfohlen wird aber 2016 oder neuer). Über den Webclient von Microsoft 365 oder mobile Apps lassen sich PST-Dateien auch 2026 nicht direkt importieren – ein klassisches Desktop-Outlook ist daher unumgänglich.

Schritt 1: Export aus dem alten Outlook

Der erste Schritt ist der Export eurer Daten in eine PST-Datei. Dieses Format nutzt Outlook, um komplette Postfächer mit allen E-Mails, Kontakten, Terminen und Aufgaben in einer einzigen Datei zu bündeln. Die Exportfunktion ist aber traditionell gut versteckt:

  • Öffnet Outlook und klickt auf DateiÖffnen und ExportierenImportieren/Exportieren
  • Im Dialog wählt ihr In Datei exportieren aus
  • Als Dateityp bestimmt ihr Outlook-Datendatei (.pst)

  • Entscheidend: Wählt die oberste Ebene eures E-Mail-Kontos aus, nicht nur einzelne Ordner. Nur so werden alle Daten erfasst – E-Mails, Kontakte, Kalendereinträge und Aufgaben
  • Aktiviert unbedingt „Unterordner einbeziehen“, damit alle selbst angelegten Ordnerstrukturen mitkommen
  • Gebt der PST-Datei einen aussagekräftigen Namen und merkt euch den Speicherort
  • Je nach Datenmenge dauert der Export wenige Minuten bis mehrere Stunden

Schritt 2: Microsoft 365-Konto einrichten

Bevor ihr importieren könnt, muss euer neues Microsoft 365-Konto in Outlook konfiguriert sein. Falls noch nicht geschehen:

  • Startet Outlook und wählt DateiKonto hinzufügen
  • Gebt eure Microsoft 365-E-Mail-Adresse ein
  • Outlook erkennt automatisch die Servereinstellungen und richtet das Konto ein
  • Nach erfolgreicher Synchronisation seht ihr euer neues Postfach

Schritt 3: PST-Datei importieren

Jetzt kommt der eigentliche Import:

  • Wieder über DateiÖffnen und ExportierenImportieren/Exportieren
  • Diesmal wählt ihr Aus anderen Programmen oder Dateien importieren
  • Dateityp: Outlook-Datendatei (.pst)
  • Navigiert zu eurer exportierten PST-Datei
  • Bei Duplikaten empfiehlt sich „Duplikate durch importierte Elemente ersetzen“
  • Als Ziel wählt ihr euer Microsoft 365-Postfach aus

Alternative: Online-Import über Microsoft 365 Admin Center

Für Unternehmen bietet Microsoft seit 2024 einen erweiterten Online-Import-Service im Admin Center an. Administratoren können PST-Dateien über Azure AzCopy hochladen und zentral importieren lassen. Das funktioniert aber nur für Business- und Enterprise-Pläne.

Häufige Stolpersteine

Große PST-Dateien: Dateien über 50 GB können Probleme bereiten. Teilt sie vorher auf oder nutzt den Microsoft-Import-Service.

Archiv-Postfächer: Wenn ihr ein Online-Archiv in Microsoft 365 nutzt, importiert ältere E-Mails direkt dorthin, um Speicherplatz zu sparen.

Berechtigungen: Bei freigegebenen Postfächern benötigt ihr entsprechende Vollzugriff-Rechte, sonst schlägt der Import fehl.

Formatierung: Gelegentlich gehen bei sehr alten E-Mails (vor 2010) Formatierungen verloren – das ist normal.

Was ist mit IMAP-Konten?

Bei IMAP-Konten (Gmail, Web.de, GMX etc.) ist der Prozess etwas anders. Hier könnt ihr das alte Konto parallel in Outlook einrichten und die E-Mails per Drag & Drop in euer Microsoft 365-Postfach ziehen. Das dauert länger, funktioniert aber zuverlässig.

Migration von Teams und OneDrive

Denkt daran: Mit Microsoft 365 kommen nicht nur E-Mails, sondern auch Teams, SharePoint und OneDrive. Plant genug Zeit für die Einarbeitung ein – die Produktivitätsgewinne sind erheblich, aber der Umstieg braucht Geduld.

Sicherheit nicht vergessen

Aktiviert nach dem Umzug unbedingt die Zwei-Faktor-Authentifizierung für euer Microsoft 365-Konto. PST-Dateien auf lokalen Rechnern sind ein Sicherheitsrisiko – löscht sie nach erfolgreichem Import.

Trotz aller Umwege: Die Migration zu Microsoft 365 lohnt sich. Cloud-Synchronisation, bessere Zusammenarbeit und regelmäßige Updates machen den einmaligen Aufwand wett.

Zuletzt aktualisiert am 22.02.2026

Jörg Schieb
Noch Fragen? Frag mich.

Du hast eine Frage zu diesem Thema? Ich hab die Antwort.

Stell sie einfach — so, wie sie dir gerade einfällt. Du bekommst eine Antwort aus meinen über 20.000 geprüften Beiträgen. Mit Quelle zum Nachlesen. Die erste Frage ist kostenlos.

Geprüftes Wissen statt KI-Raterei 📄 Mit Quelle zum Nachlesen 🆓 Erste Frage gratis