FTP-Server unter Windows verbinden: So geht’s ohne zusätzliche Software

von | 04.03.2021 | Internet, Windows

Die Cloud dominiert zwar die Schlagzeilen, aber FTP-Server sind längst nicht tot. Ganz im Gegenteil: Viele Unternehmen setzen nach wie vor auf FTP für Software-Updates, Backups und den Datenaustausch mit Partnern. Auch moderne NAS-Systeme, Router und sogar Raspberry Pi-Projekte lassen sich als FTP-Server konfigurieren. Unter Windows 11 und Windows 10 könnt ihr ganz einfach eine Verbindung zu solchen Servern herstellen – ohne zusätzliche Software.

FTP (File Transfer Protocol) ist ein bewährtes Protokoll aus den Anfangszeiten des Internets. Trotz seines Alters von über 50 Jahren erfüllt es seinen Zweck zuverlässig. Moderne Varianten wie SFTP (SSH File Transfer Protocol) oder FTPS (FTP Secure) bieten zusätzliche Verschlüsselung für sensible Daten.

Klar, ihr könnt spezialisierte FTP-Clients wie SmartFTP, FileZilla oder WinSCP verwenden. Diese bieten erweiterte Funktionen wie Synchronisation, Warteschlangen und detaillierte Protokolle. Aber für den alltäglichen Gebrauch reicht der Windows Explorer völlig aus. Ein FTP-Server verhält sich dann wie eine normale Festplatte – nur eben über das Netzwerk erreichbar.

FTP-Verbindung im Windows Explorer einrichten

Die Einrichtung ist denkbar einfach: Öffnet den Windows Explorer und klickt mit der rechten Maustaste auf Dieser PC. Im Kontextmenü wählt ihr Netzwerkadresse hinzufügen. Ein Assistent startet, der euch durch den Prozess führt.

Wählt Eine benutzerdefinierte Netzwerkadresse und gebt die Adresse des FTP-Servers ein. Diese beginnt immer mit ftp:// gefolgt von der IP-Adresse oder dem Domainnamen. Beispiel: ftp://files.beispiel.de oder ftp://192.168.1.100

Bei den meisten FTP-Servern müsst ihr euch authentifizieren. Entfernt in diesem Fall den Haken bei Anonym anmelden und gebt euren Benutzernamen ein. Das Passwort wird erst beim ersten Verbindungsaufbau abgefragt – ihr könnt es dann für künftige Sitzungen speichern lassen.

Gebt der Verbindung noch einen aussagekräftigen Namen wie „Firmen-FTP“ oder „NAS-Server“, damit ihr sie später leicht wiederfindet.

Moderne Alternativen und Sicherheit

Standard-FTP überträgt Daten unverschlüsselt – für öffentliche Netzwerke nicht ideal. Viele Server unterstützen daher FTPS (FTP over SSL/TLS) oder SFTP. Windows kann mit FTPS umgehen, für SFTP benötigt ihr jedoch zusätzliche Tools wie das Windows Subsystem for Linux (WSL) oder einen Client wie WinSCP.

Für sichere Verbindungen gebt ihr statt ftp:// einfach ftps:// ein. Der Server muss allerdings FTPS unterstützen – was bei modernen Systemen Standard ist.

Cloud vs. FTP: Verschiedene Anwendungsfälle

Clou-Dienste wie OneDrive, Google Drive oder Dropbox sind für den privaten Gebrauch meist praktischer. Sie synchronisieren automatisch, funktionieren auf allen Geräten und bieten Sharing-Funktionen. FTP punktet dagegen bei:

  • Kontrolle: Ihr bestimmt, wo die Daten liegen
  • Geschwindigkeit: Besonders im lokalen Netzwerk sehr schnell
  • Kompatibilität: Funktioniert auch mit älteren Systemen
  • Kosten: Keine monatlichen Gebühren nach der Einrichtung

Viele Heimnetzwerke kombinieren beides: Ein NAS-System mit FTP-Zugang für lokale Backups und Cloud-Synchronisation für wichtige Dokumente.

Troubleshooting häufiger Probleme

Falls die Verbindung nicht klappt, prüft zunächst die Firewall-Einstellungen. FTP nutzt Port 21 für die Steuerung und weitere Ports für Datenübertragungen. Moderne Router haben oft einen „FTP-Passiv-Modus“ – aktiviert diesen bei Problemen.

Bei Verbindungsabbrüchen hilft oft der Wechsel vom aktiven in den passiven Modus. Dies könnt ihr in den erweiterten Einstellungen der Netzwerkverbindung konfigurieren.

Fazit: FTP lebt weiter

Obwohl Cloud-Services den Alltag dominieren, hat FTP seine Berechtigung behalten. Für Unternehmensnetzwerke, Backup-Strategien und den Austausch großer Dateien ist es nach wie vor eine solide Wahl. Die Integration in Windows macht die Nutzung so einfach wie den Zugriff auf eine lokale Festplatte – ohne zusätzliche Software oder komplizierte Konfiguration.

Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026