Verwenden von Datenträgerkopien (ISO, VHDX)

von | 27.09.2023 | Windows

Bei vielen Anbietern findet ihr ganze Datenträger zum Download. Nein, keine Raubkopien, sondern Installationsmedien wie DVDs in einer einzigen Datei. Zum Beispiel Windows 11, Linux-Distributionen oder große Softwarepakete. Was könnt ihr damit tun?

Was sind ISO und VHDX-Dateien?

Komplexere Programme und Betriebssysteme wurden früher über CDs und DVDs ausgeliefert. Das ist mittlerweile viel zu teuer und dazu noch wenig sinnvoll: schon wenige Tage nach der Produktion dieser physischen Datenträger ist der Inhalt veraltet, weil es Updates gibt. Aus diesem Grund werden stattdessen oft die Datenträger als Image-Dateien zum Download bereitgestellt.

Weit verbreitet ist immer noch das ISO-Format, das den Datenträger als 1:1-Abbild enthält. Die Vielzahl der Dateien, die ein Windows 11 beispielsweise beinhaltet, sind so in einer Datei gebündelt. Neuer ist das von Microsoft eingeführte VHDX-Format, das einen virtuellen Datenträger darstellt und flexiblere Größenanpassungen ermöglicht.

Moderne ISO-Dateien können übrigens beträchtlich groß werden: Windows 11 24H2 beispielsweise benötigt knapp 6 GB, aktuelle Linux-Distributionen wie Ubuntu 24.04 LTS kommen auf etwa 5 GB. VHDX-Dateien sind oft noch größer, da sie bereits vorinstallierte Systeme enthalten können.

Was tun mit einer ISO/VHDX?

Für beide Formate gilt: Zur Installation braucht ihr die Dateien in dem Image in ihrer ursprünglichen Verzeichnisstruktur. Andernfalls können die Installationsroutinen nicht fehlerfrei ausgeführt werden.

  • Um das zu erreichen, öffnet den Windows Explorer und navigiert zu der entsprechenden Datei. Wenn ihr diese heruntergeladen habt, dann liegt die im Download-Verzeichnis.
  • Klickt dann mit der rechten Maustaste auf die ISO oder VHDX und dann auf Bereitstellen.
  • Windows verbindet sich nun mit der Datei und stellt sie euch als virtuelles DVD-Laufwerk zur Verfügung.
  • Über dieses Laufwerk könnt ihr auf alle Dateien zugreifen und die Installation starten, als wäre es eine echte DVD.
  • Seid euch bewusst, dass Teile der Dateien auf dem virtuellen Datenträger komprimiert sind. Ihr könnt sie nur nach der Installation nutzen, das Kopieren einzelner Dateien ist meist nicht möglich.

Alternative: Bootfähige USB-Sticks erstellen

Noch praktischer als das Bereitstellen ist oft die Erstellung bootfähiger USB-Sticks. Mit Tools wie Rufus (kostenlos) oder dem Windows Media Creation Tool könnt ihr ISO-Dateien direkt auf einen USB-Stick übertragen. Das ist besonders bei Neuinstallationen praktisch, wenn das System noch nicht läuft.

Rufus hat sich dabei als besonders zuverlässig erwiesen und unterstützt mittlerweile auch die Umgehung der TPM 2.0-Anforderungen von Windows 11. Das Tool erkennt automatisch, welches Dateisystem für euren Zielrechner optimal ist.

Virtuelle Maschinen mit VHDX

VHDX-Dateien haben einen besonderen Vorteil: Sie lassen sich direkt in Hyper-V oder anderen Virtualisierungslösungen wie VMware oder VirtualBox einbinden. Microsoft stellt beispielsweise fertige Windows 11-Entwicklerumgebungen als VHDX bereit, die ihr sofort nutzen könnt.

Diese virtuellen Festplatten können dynamisch wachsen – sie belegen also nur so viel Speicherplatz, wie tatsächlich genutzt wird. Das spart Platz auf eurer SSD.

Sicherheit und Integrität prüfen

Bei Downloads von ISO- und VHDX-Dateien solltet ihr immer die Checksummen prüfen. Seriöse Anbieter stellen SHA256-Hashes bereit, mit denen ihr die Integrität der Datei überprüfen könnt. In der PowerShell geht das mit dem Befehl „Get-FileHash dateiname.iso -Algorithm SHA256“.

Achtet auch darauf, nur von vertrauenswürdigen Quellen zu laden. Microsoft stellt Windows-ISOs kostenlos zur Verfügung, Linux-Distributionen findet ihr auf den offiziellen Projektseiten.

Nach der Nutzung: Aufräumen nicht vergessen

Nach der Installation solltet ihr die bereitgestellten Images wieder trennen. Klickt dazu im Explorer mit der rechten Maustaste auf das virtuelle Laufwerk und wählt „Auswerfen“. Das gibt den Speicher frei und verhindert Verwirrung bei späteren Arbeiten.

Die ursprünglichen ISO- oder VHDX-Dateien könnt ihr nach erfolgreicher Installation meist löschen – außer ihr plant weitere Installationen oder möchtet sie als Backup behalten.

Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026