VLC: Alle Dateien eines bestimmten Ordners wiedergeben

von | 05.12.2015 | Windows

Der VLC Media Player gehört nach wie vor zu den vielseitigsten Multimedia-Tools überhaupt. Neben der Wiedergabe einzelner Video- und Audiodateien bietet VLC auch praktische Funktionen für die Wiedergabe ganzer Ordner. Besonders praktisch: Ihr könnt den Player so konfigurieren, dass er automatisch alle Medien in einem bestimmten Verzeichnis abspielt – ohne lästiges Einzelauswählen.

Desktop-Verknüpfung für Ordner-Wiedergabe erstellen

Die eleganteste Lösung funktioniert über eine angepasste Desktop-Verknüpfung. Zunächst legt ihr eine Standard-Verknüpfung zu VLC auf dem Desktop an: Navigiert zum Installations-Ordner von VLC (meist unter „C:Program FilesVideoLANVLC“), klickt mit der rechten Maustaste auf die vlc.exe-Datei und wählt Senden an, Desktop.

Anschließend ruft ihr die Eigenschaften der neuen Desktop-Verknüpfung auf. Im Tab Verknüpfung klickt ihr beim Feld Ziel hinter das letzte Zeichen. Dort fügt ihr ein Leerzeichen und -LZ „D:EuerOrdnerPfad“ hinzu. Wichtig: Wenn der Pfad Leerzeichen enthält, setzt ihn unbedingt in Anführungszeichen. Nach einem Klick auf Übernehmen ist die Konfiguration abgeschlossen.

Ab sofort spielt VLC über diese Verknüpfung automatisch alle kompatiblen Medien im angegebenen Ordner ab – praktisch für Musiksammlungen oder Podcast-Archive.

vlc

Alternative Methoden für spontane Ordner-Wiedergabe

Für weniger häufige Nutzung gibt es weitere Optionen: Über Medien > Ordner öffnen im VLC-Menü könnt ihr spontan jeden beliebigen Ordner zur Wiedergabe auswählen. VLC erstellt dann automatisch eine Playlist aller erkannten Medien.

Besonders komfortabel: Zieht einfach einen kompletten Ordner per Drag & Drop auf das geöffnete VLC-Fenster. Der Player erkennt automatisch alle abspielbaren Dateien und erstellt eine Wiedergabeliste.

Erweiterte Optionen für Power-User

VLC bietet noch weitere nützliche Parameter für die Kommandozeilen-Steuerung. Mit –intf dummy startet der Player ohne grafische Oberfläche – ideal für Hintergrund-Wiedergabe. Der Parameter –loop wiederholt die gesamte Playlist endlos, während –random die Wiedergabe-Reihenfolge zufällig durchmischt.

Für Musikliebhaber besonders interessant: –no-video unterdrückt die Video-Ausgabe komplett und macht VLC zu einem reinen Audio-Player. Das spart Systemressourcen und eignet sich perfekt für Musik-Sessions im Hintergrund.

Batch-Verarbeitung und Automatisierung

Profis können mehrere Verknüpfungen für verschiedene Ordner anlegen und diese mit aussagekräftigen Namen versehen. So entstehen praktische „Schnellstart-Buttons“ für verschiedene Medien-Kategorien: Musik, Hörbücher, Podcasts oder Video-Sammlungen.

Ein Tipp für Netzwerk-Nutzer: VLC unterstützt auch UNC-Pfade für Netzlaufwerke. Ihr könnt also genauso gut freigegebene Ordner auf anderen Rechnern oder NAS-Systemen einbinden.

Troubleshooting und Kompatibilität

Sollte die Ordner-Wiedergabe nicht funktionieren, prüft zunächst die Pfad-Syntax. Windows-Pfade benötigen Backslashes (), und Leerzeichen müssen in Anführungszeichen stehen. Bei Problemen mit der automatischen Erkennung hilft oft ein Update auf die neueste VLC-Version.

VLC erkennt standardmäßig alle gängigen Audio- und Video-Formate. Dazu gehören MP3, FLAC, AAC, MP4, AVI, MKV und viele weitere. Sollten bestimmte Dateien nicht erkannt werden, liegt das meist an ungewöhnlichen Datei-Endungen oder beschädigten Dateien.

Die beschriebene Methode funktioniert übrigens auch unter Linux und macOS mit entsprechend angepassten Pfaden und Verknüpfungs-Mechanismen. VLC bleibt damit eine der flexibelsten Lösungen für plattformübergreifende Medien-Wiedergabe.

Zuletzt aktualisiert am 11.04.2026