Wenn es um Open-Source-Software geht, ist VLC wohl der beliebteste Media-Player, weil er praktisch jedes Mediendatei-Format abspielen kann. Aber das Programm ist noch zu viel mehr fähig, als nur Video- und Musikdateien abzuspielen. VLC versteht sich beispielsweise auch auf die Aufzeichnung eurer Desktop-Aktivitäten – etwa, wenn ihr für jemand anderen eine Anleitung erstellt oder Tutorials produziert.
Dabei ist VLC eine echte Alternative zu kostenpflichtigen Screen-Recording-Tools wie Camtasia oder zu modernen Online-Tools wie Loom. Der große Vorteil: VLC läuft komplett lokal auf eurem Rechner, speichert eure Daten nicht in der Cloud und ist vollständig kostenlos.
Screen Recording mit VLC einrichten
Startet VLC und geht zu Ansicht, Erweiterte Steuerung, um eine zusätzliche Steuerleiste unten im Player anzuzeigen, die die benötigten Aufnahme-Buttons enthält. Diese Buttons sind essentiell für die Bildschirmaufzeichnung.
Klickt anschließend auf Medien, Aufnahmegerät öffnen, und ändert die Einstellung Aufnahmemodus auf Desktop. Ihr solltet auch die Gewünschte Bildwiederholrate auf mindestens 30 f/s einstellen, um eine brauchbare Qualität zu erzielen. Für Gaming-Content oder sehr flüssige Bewegungen könnt ihr sogar 60 f/s wählen – das macht die Datei größer, aber deutlich flüssiger.
Nachdem ihr das Aufnahmegerät und die Bildrate eingestellt habt, klickt auf die Schaltfläche Wiedergabe. Ihr werdet euren Desktop in VLC sehen, aber das Programm nimmt erst auf, wenn ihr auf die Schaltfläche Aufnehmen klickt.
Drückt die Aufnahmetaste von den zusätzlichen erweiterten Steuerelementen, die ihr zuvor aktiviert habt, und minimiert VLC. Andernfalls seht ihr nur ein unendlich verschachteltes Video von VLC, das den Desktop aufzeichnet – ein klassischer Anfängerfehler.
Sobald ihr fertig seid, holt das VLC-Fenster wieder hervor und klickt erneut auf die Schaltfläche Aufnehmen, um die Aufnahme des Desktops zu beenden. Euer Video wird standardmäßig in eurem Video-Ordner als AVI-Datei gespeichert.
Direkt in MP4 konvertieren – clever und platzsparend
Bei einer AVI-Datei ist die Größe ziemlich groß, sodass ihr sie konvertieren solltet, bevor ihr sie versendet oder online veröffentlicht. Ihr könnt diesen zusätzlichen Schritt vermeiden, indem ihr den Film schon während der Aufnahme in ein MP4 konvertiert.
Wenn ihr euch im Dialog Aufnahmegerät öffnen befindet, klickt nach der Auswahl von Desktop als Quelle und der Einstellung der Bildrate auf den kleinen Pfeil neben dem Wiedergabe-Button. Hier entscheidet ihr euch dann für Konvertieren.
Wählt dann aus der Dropdown-Liste Profil den Eintrag Video – H.264+MP3 (MP4) und gebt das Ziel ein, an dem die Datei gespeichert werden soll. Klickt auf die Schaltfläche Start, um die Aufnahme zu starten. Wenn ihr mit der Aufnahme fertig seid, ruft VLC auf und klickt auf die Schaltfläche zum Stoppen.
Audio-Aufnahme konfigurieren
Für vollständige Tutorials braucht ihr meist auch Ton. VLC kann sowohl System-Audio als auch Mikrofon-Eingaben aufzeichnen. Geht dazu in die Audio-Einstellungen unter Aufnahmegerät öffnen und wählt euer gewünschtes Audiogerät aus. Achtet darauf, dass die Audio-Qualität auf mindestens 128 kbps steht.
Besonders praktisch: Ihr könnt gleichzeitig System-Sounds (etwa aus einer Software-Demo) und euer Mikrofon aufnehmen. Das macht VLC zu einem vollwertigen Tutorial-Tool.
Grenzen und Alternativen beachten
VLC ist zwar vielseitig, hat aber als Screen-Recorder auch Grenzen. So fehlen Features wie Cursor-Highlighting, Zoom-Effekte oder die Möglichkeit, nur bestimmte Fenster aufzuzeichnen. Auch eine Webcam-Einblendung ist nicht möglich.
Für einfache Desktop-Aufnahmen ist VLC aber völlig ausreichend und bietet den Vorteil, dass ihr keine zusätzliche Software installieren müsst, falls VLC bereits vorhanden ist. Die Videoqualität ist ordentlich, die Dateien bleiben bei MP4-Export handhaben und das Tool ist zu 100% kostenfrei.
Moderne Alternativen wie OBS Studio bieten mehr Features, sind aber auch komplexer in der Bedienung. Für schnelle Screen-Captures ohne Schnickschnack bleibt VLC eine solide Wahl – besonders wenn ihr Wert auf Datenschutz legt und eure Aufnahmen nicht in die Cloud wollt.
Zuletzt aktualisiert am 06.03.2026

