Microsoft-Daten exportieren: So ladet ihr euer komplettes Datenprofil herunter

von | 09.12.2017 | Windows

Laut Datenschutz sollten Nutzer jederzeit Zugriff auf die Daten haben, die Unternehmen wie Microsoft über sie speichern. Ein Archiv mit allen persönlichen Daten – etwa zum Suchverlauf oder zu Anfragen an Copilot – kann über das Microsoft-Konto heruntergeladen werden. Was früher umständlich war, funktioniert heute deutlich reibungsloser.

So exportiert ihr eure Microsoft-Daten

  1. Dazu als Erstes einen neuen Browser-Tab öffnen.
  2. Jetzt die Adresse https://account.microsoft.com/privacy/export aufrufen.
  3. Mit eurem Microsoft-Konto anmelden und die Zwei-Faktor-Authentifizierung abschließen (sofern aktiviert).
  4. Danach auf den Button Neues Archiv erstellen klicken.
  5. Microsoft erstellt nun ein ZIP-Archiv mit euren Daten. Das dauert je nach Datenmenge zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden.
  6. Ihr erhaltet eine E-Mail, sobald das Archiv bereit ist. Der Download-Link ist 30 Tage gültig.

Was ihr in eurem Datenexport findet

Microsoft hat den Umfang der exportierbaren Daten deutlich erweitert. Das Archiv enthält heute:

  • Bing-Suchverlauf: Alle Suchanfragen mit Zeitstempel
  • Copilot-Unterhaltungen: Komplette Chat-Verläufe mit dem KI-Assistenten
  • Edge-Browserdaten: Gespeicherte Passwörter, Favoriten, Verlauf
  • Xbox-Aktivitäten: Spielzeit, Erfolge, Käufe im Microsoft Store
  • Office 365-Nutzung: Dokument-Metadaten, geteilte Inhalte
  • OneDrive-Metadaten: Dateistrukturen und Freigabe-Informationen
  • Standortdaten: Falls aktiviert, GPS-Koordinaten von Windows-Geräten
  • Sprachdaten: Aufzeichnungen von Diktat-Funktionen
  • Advertising-Profil: Werbe-IDs und Targeting-Kategorien

Neue Features seit 2024

Microsoft hat den Datenexport deutlich verbessert. Besonders praktisch: Ihr könnt jetzt spezifische Datentypen auswählen, statt alles herunterladen zu müssen. Das spart Zeit und Speicherplatz.

Neu ist auch die Integration von Microsoft 365 Copilot-Daten. Alle Unterhaltungen mit dem KI-Assistenten werden detailliert protokolliert – inklusive eurer Prompts und den generierten Antworten. Datenschutz-Experten empfehlen, diese Daten regelmäßig zu kontrollieren.

Warum der Datenexport wichtig ist

Der Export eurer Microsoft-Daten ist nicht nur ein Datenschutz-Recht nach DSGVO. Er zeigt euch auch, wie umfangreich das Profil ist, das Microsoft über euch erstellt hat. Viele sind überrascht, welche Details gespeichert werden.

Besonders interessant: Die Werbe-Kategorien, in die Microsoft euch einordnet. Hier seht ihr, welche Interessen und demografischen Merkmale das Unternehmen euch zuschreibt. Diese Daten fließen direkt in personalisierte Werbung ein.

Was ihr mit den exportierten Daten machen könnt

Der Export ist der erste Schritt, um die Kontrolle über eure Daten zurückzugewinnen. Ihr könnt:

  • Überprüfen, welche Daten Microsoft sammelt
  • Ungenaue oder veraltete Informationen identifizieren
  • Entscheiden, welche Dienste ihr weiter nutzen wollt
  • Die Daten als Backup für einen Anbieterwechsel nutzen
  • Bei Datenschutzverletzungen nachvollziehen, was betroffen war

Datenschutz-Einstellungen anpassen

Nach dem Export solltet ihr eure Datenschutz-Einstellungen überprüfen. Unter https://account.microsoft.com/privacy könnt ihr:

  • Die Datensammlung für Werbung deaktivieren
  • Standortdaten löschen und weitere Erfassung stoppen
  • Suchverlauf automatisch löschen lassen
  • Sprachaufzeichnungen deaktivieren

Microsoft macht es euch heute deutlich einfacher, die Kontrolle über eure Daten zu behalten. Der regelmäßige Export – etwa alle sechs Monate – hilft dabei, den Überblick zu bewahren und bewusste Entscheidungen über eure Privatsphäre zu treffen.

Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026