Wer sich um die Sicherheit seines Computers bemüht, sollte einen Virenschutz installieren. Die Hersteller bieten ihre Security-Software oft auch im eigenen Onlineshop an. Doch hier lohnt es sich, zweimal hinzusehen – besonders bei Norton und anderen großen Anbietern.
Denn oft landet neben der normalen Ein-Jahres-Lizenz auch eine Option zur automatischen Verlängerung des Abonnements im Warenkorb. Dann bemerkt man erst nach einem Jahr, dass eine erneute Abbuchung erfolgt ist und die Lizenz verlängert wurde – oft zu einem höheren Preis als ursprünglich bezahlt.
Besonders schwierig wird die Angelegenheit bei Norton-Produkten: Hier muss man die automatische Verlängerung nach dem Online-Kauf einer Sicherheits-Suite manuell abschalten – dazu meldet man sich auf der Website https://manage.norton.com/ an und navigiert zur Rubrik Einstellungen für die automatische Verlängerung. Ein entsprechender Hinweis findet sich auf der Bestellseite – aber nur im Kleingedruckten.
Das Problem hat sich 2026 noch verschärft
Inzwischen nutzen praktisch alle großen Antiviren-Hersteller das Abo-Modell als Standard. Norton, McAfee, Kaspersky, Bitdefender und Co. setzen standardmäßig auf automatische Verlängerungen. Das Problem: Die Preise für Bestandskunden steigen oft deutlich nach dem ersten Jahr. Während Neukunden mit Rabatten von 50-70% gelockt werden, zahlen treue Kunden den vollen Preis.
Bei Norton etwa kostet Norton 360 Deluxe im ersten Jahr oft nur 29,99 Euro – danach werden jährlich 89,99 Euro fällig. Das ist fast das Dreifache! Ähnlich aggressiv kalkulieren andere Anbieter: McAfee Total Protection springt von 34,95 Euro auf 79,95 Euro, Bitdefender Internet Security von 19,99 Euro auf 59,99 Euro.
So schützt ihr euch vor Abo-Fallen
- Sofort nach dem Kauf handeln: Loggt euch direkt nach dem Kauf in euer Kundenkonto ein und deaktiviert die automatische Verlängerung. Bei Norton geht das über manage.norton.com, bei McAfee über home.mcafee.com, bei Kaspersky über my.kaspersky.com.
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Kalender-Erinnerung setzen: Tragt euch einen Termin ein, etwa 30 Tage vor Ablauf der Lizenz. So könnt ihr rechtzeitig nach günstigeren Alternativen suchen oder die automatische Verlängerung stoppen.
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Preise vergleichen: Oft sind die Neukunden-Angebote derselben Hersteller günstiger als die automatische Verlängerung. Manchmal lohnt sich sogar ein „Anbieterwechsel“ – zurück zum gleichen Hersteller als „Neukunde“.
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Alternative Bezahlwege nutzen: Kauft die Software über Dritthändler wie Amazon, Saturn oder MediaMarkt. Hier erhaltet ihr oft Lizenzkeys ohne automatische Verlängerung.
Moderne Alternativen zu klassischen Antiviren-Programmen
Mittlerweile bietet Windows Defender einen soliden Grundschutz, der für die meisten Nutzer ausreicht. Tests von AV-Test und AV-Comparatives zeigen: Microsofts Bordmittel schlagen sich gut gegen moderne Bedrohungen. Zusätzlich könnt ihr gezielt auf spezialisierte Tools setzen:
- Malwarebytes für gelegentliche Scans nach Malware
- Bitdefender TrafficLight als Browser-Erweiterung
- uBlock Origin zum Blockieren schädlicher Werbung
- Cloudflare for Families als DNS-Filter
Diese Kombination ist oft effektiver als teure Komplett-Suiten und kostet deutlich weniger.
Besondere Vorsicht bei Norton-Zusatzdiensten
Norton hat sein Portfolio massiv erweitert. Neben dem Virenschutz bietet NorGen Technologies (die Firma hinter Norton) inzwischen Norton Secure VPN, Norton Identity Advisor, Norton Family und sogar Norton Crypto – eine Kryptowährungs-Wallet. Viele dieser Services werden als „kostenlose Zugabe“ beworben, kosten aber extra, wenn ihr sie nach der Testphase weiter nutzen wollt.
Besonders tückisch: Norton installiert manchmal ungefragt den VPN-Service mit, der nach 30 Tagen kostenpflichtig wird. In den USA gab es deshalb bereits Sammelklagen gegen Norton.
Rechtslage in Deutschland
In Deutschland sind die Regeln für Abo-Fallen strenger geworden. Seit Juli 2022 müssen Unternehmen deutlich auf automatische Verlängerungen hinweisen. Außerdem gilt: Kostenpflichtige Verlängerungen müssen mindestens 30 Tage vorher per E-Mail angekündigt werden.
Wer trotzdem in eine Abo-Falle tappt, kann sich wehren: Oft lassen sich die Abbuchungen über die Bank zurückholen. Auch die Verbraucherzentralen helfen bei Problemen mit automatischen Verlängerungen.
Fazit: Augen auf beim Antiviren-Kauf
Grundsätzlich spricht nichts gegen kommerzielle Antiviren-Software – aber lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Liest das Kleingedruckte, deaktiviert automatische Verlängerungen sofort und prüft regelmäßig, ob ihr wirklich das beste Angebot habt. Oft fahrt ihr mit kostenlosen Alternativen oder gezielten Einzellösungen besser als mit teuren Rundum-Paketen, die nach dem ersten Jahr richtig ins Geld gehen.
Zuletzt aktualisiert am 10.04.2026

