Seit dem 1. Mai 2014 wird im Fahreignungsregister erfasst, wenn ihr beim Autofahren gegen die Regeln verstoßt. Nach der Reform seid ihr euch nicht sicher, wie viele Punkte ihr aktuell auf dem Konto habt? Kein Problem – das lässt sich heute deutlich einfacher herausfinden als früher.
Online-Abfrage per AusweisApp2
Der modernste Weg führt über die AusweisApp2 des Bundes. Wenn ihr einen elektronischen Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion besitzt, könnt ihr euren Punktestand direkt digital abfragen. Die App gibt es kostenlos für Windows, macOS, Android und iOS. Alternativ funktioniert die Abfrage auch über den Browser mit einem kompatiblen Kartenlesegerät.
Der Vorteil: Ihr erhaltet die Auskunft sofort und müsst nicht tagelang auf Post warten. Die Authentifizierung erfolgt über euren Personalausweis plus PIN – sicherer geht es kaum.
Klassischer Postweg bleibt möglich
Wer keinen ePerso hat oder die digitale Variante scheut, kann weiterhin den bewährten Postweg nutzen. Unter www.kba.de/cln_031/nn_124384/DE/ZentraleRegister/FAER/Auskunft/faer__auskunft__node.html findet ihr das entsprechende PDF-Formular. Füllt es aus, fügt eine Kopie eures Personalausweises bei und schickt alles nach Flensburg. Die Bearbeitung dauert meist 1-2 Wochen.
Wichtig: Die Auskunft beim KBA ist immer kostenlos – egal welchen Weg ihr wählt.

Was steht in der Auskunft?
Die Registerauskunft zeigt nicht nur euren aktuellen Punktestand, sondern listet alle gespeicherten Verstöße mit Details auf: Datum, Art des Verstoßes, verhängte Punkte und wann diese wieder gelöscht werden. So behaltet ihr den Überblick über eure „Verkehrssünden“.
Neue Entwicklungen: KI-gestützte Verkehrsüberwachung
Seit 2025 setzen immer mehr Kommunen auf KI-basierte Verkehrsüberwachung. Intelligente Kameras erkennen automatisch Geschwindigkeitsübertretungen, Handyverstöße am Steuer oder das Überfahren roter Ampeln. Diese Systeme arbeiten deutlich präziser als herkömmliche Blitzer und können mehrere Verkehrsvergehen gleichzeitig dokumentieren.
Das bedeutet: Verkehrsverstöße werden häufiger und schneller erfasst. Umso wichtiger ist es, regelmäßig den eigenen Punktestand im Blick zu behalten.
Punkte-Reform: Das müsst ihr wissen
Seit der Reform 2014 gilt das vereinfachte 8-Punkte-System:
– 1-3 Punkte: Vormerkung
– 4-5 Punkte: Ermahnung + Hinweis auf Fahreignungsseminar
– 6-7 Punkte: Verwarnung + Hinweis auf Fahreignungsseminar
– 8 Punkte: Führerscheinentzug
Punkte werden gestaffelt gelöscht: Nach 2,5 Jahren verschwinden Ordnungswidrigkeiten, nach 5 Jahren Straftaten ohne Führerscheinentzug und nach 10 Jahren schwere Straftaten.
Fahreignungsseminar: Punkte legal abbauen
Bei 1-5 Punkten könnt ihr durch ein freiwilliges Fahreignungsseminar einen Punkt abbauen. Das Seminar kostet etwa 350-500 Euro und besteht aus einem verkehrspädagogischen und einem verkehrspsychologischen Teil. Wichtig: Das geht nur alle fünf Jahre und nur einmal pro Punktestand.
Mobile Apps als Alternative?
Verschiedene Apps versprechen, euren Punktestand zu verwalten oder gar abzurufen. Vorsicht: Seriöse Apps können nur bereits bekannte Verstöße verwalten – den offiziellen Punktestand abrufen können sie nicht. Nur das KBA selbst hat Zugriff auf das Fahreignungsregister.
Datenschutz bei der Abfrage
Eure Daten im Fahreignungsregister sind streng geschützt. Nur ihr selbst, Polizei, Staatsanwaltschaft und Fahrerlaubnisbehörden haben Zugriff. Arbeitgeber, Versicherungen oder andere Privatpersonen erhalten keine Auskunft – auch nicht mit eurer Zustimmung.
Fazit: Regelmäßig checken lohnt sich
Überprüft euren Punktestand mindestens einmal jährlich. Mit der AusweisApp2 ist das heute schnell und unkompliziert möglich. So vermeidet ihr böse Überraschungen und könnt rechtzeitig gegensteuern, bevor es kritisch wird. Denn bei 8 Punkten ist der Führerschein erstmal weg – und der Weg zurück ist lang und teuer.
Zuletzt aktualisiert am 19.04.2026
