Windows 10: Cortana ist Geschichte – was kommt danach?

von | 23.01.2016 | Windows

Cortana war einmal Microsofts Hoffnung im Kampf gegen Siri und Alexa. Heute, 2026, ist die einstige Sprachassistentin praktisch Geschichte – zumindest für Privatnutzer. Microsoft hat den Support für Cortana bereits 2023 eingestellt und sich vollständig auf moderne KI-Lösungen wie Copilot konzentriert.

Für alle, die noch ein älteres Windows 10-System nutzen oder sich für die digitale Geschichte interessieren: Cortana war tief in Windows 10 integriert und sammelte fleißig Daten über eure Gewohnheiten. Eine der nervigeren Funktionen war die automatische Anzeige von Nachrichten auf der Cortana-Startseite.

Rückblick: So funktionierte die Cortana-Konfiguration

Öffnete man die persönliche Assistentin Cortana im Start-Menü, wurden sowohl Kalender-Ereignisse als auch Nachrichten angezeigt. Diese Informationen speicherte Cortana in ihrem „Notizbuch“ – einer Art Einstellungszentrale für personalisierte Inhalte.

Das Notizbuch erreichte man über das entsprechende Symbol im Cortana-Feld. Im Bereich Nachrichten ließ sich der zugehörige Schalter deaktivieren. Damit verschwanden die Nachrichten von der Startseite, während andere Informationen wie Wetter oder Kalendertermine weiterhin angezeigt wurden.

cortana

Was kam nach Cortana?

Microsoft Copilot hat Cortanas Platz eingenommen – allerdings mit einem völlig anderen Ansatz. Statt simple Sprachbefehle zu verarbeiten, nutzt Copilot fortgeschrittene KI-Modelle für komplexe Aufgaben. Die Integration erfolgt direkt in Windows 11 und Microsoft 365-Anwendungen.

Copilot kann Code schreiben, E-Mails verfassen, Präsentationen erstellen und komplexe Fragen beantworten. Die nervigen automatischen News-Einblendungen gehören der Vergangenheit an – Copilot agiert nur auf Anfrage.

Datenschutz: Lehren aus der Cortana-Ära

Cortana war ein Paradebeispiel für übereifrige Datensammlung. Die Assistentin protokollierte Suchanfragen, Sprachbefehle und Nutzungsgewohnheiten. Diese Daten flossen in Microsofts Werbenetzwerk und wurden für personalisierte Inhalte genutzt.

Bei modernen KI-Assistenten solltet ihr bewusster mit euren Daten umgehen:

• Prüft regelmäßig die Datenschutzeinstellungen
• Löscht Sprachaufzeichnungen und Suchverläufe
• Nutzt lokale KI-Modelle, wo möglich
• Deaktiviert unnötige Cloud-Synchronisation

Alternativen für Windows 10-Nutzer

Falls ihr noch Windows 10 verwendet und eine moderne Assistenten-Funktion sucht, gibt es mehrere Optionen:

PowerToys: Microsofts kostenloses Tool-Paket bietet mit „PowerToys Run“ eine mächtige Suchfunktion, die Programme, Dateien und Berechnungen blitzschnell findet.

Everything: Die ultraschnelle Dateisuche indexiert eure komplette Festplatte und findet jede Datei in Millisekunden.

Wox: Ein Open-Source-Launcher, der ähnlich wie Spotlight auf dem Mac funktioniert und über Plugins erweiterbar ist.

Windows 11 und die Zukunft

Microsoft hat aus den Cortana-Fehlern gelernt. Windows 11 fokussiert sich auf intelligente, aber dezentere Unterstützung. Die neuen „Widgets“ lassen sich komplett deaktivieren, und Copilot arbeitet kontextbezogen statt permanent im Hintergrund.

Die Zukunft gehört KI-Assistenten, die echten Mehrwert bieten, ohne permanent zu nerven. OpenAI, Anthropic und andere Anbieter zeigen, wie leistungsstarke KI aussehen kann, die nur dann aktiv wird, wenn ihr sie braucht.

Fazit: Das Ende einer Ära

Cortanas Verschwinden markiert das Ende der ersten Generation digitaler Assistenten. Die damaligen Technologien waren noch nicht ausgereift genug, um wirklich nützlich zu sein. Stattdessen nervten sie mit irrelevanten Nachrichten und aufdringlicher Datensammlung.

Die neuen KI-Generationen wie ChatGPT, Claude oder Microsofts eigener Copilot sind deutlich mächtiger und gleichzeitig zurückhaltender. Sie verstehen Kontext besser und können komplexe Aufgaben lösen, ohne euch permanent mit unwichtigen Informationen zu bombardieren.

Wer noch ein altes Windows 10-System mit aktiver Cortana nutzt, sollte über ein Upgrade nachdenken. Die modernen Alternativen sind nicht nur leistungsfähiger, sondern auch respektvoller im Umgang mit euren Daten und eurer Aufmerksamkeit.

Zuletzt aktualisiert am 10.04.2026