Windows: Videos als Miniatur ansehen – Picture-in-Picture 2026

von | 29.10.2017 | Windows

Picture-in-Picture ist längst kein Apple-Privileg mehr: Während Safari-Nutzer schon lange Videos im kleinen Format am Bildschirm anheften können, haben Windows-User mittlerweile sogar noch bessere Optionen. Hier zeigen wir euch die besten Methoden für die Video-Miniaturansicht unter Windows.

Native Windows Picture-in-Picture Features

Windows 11 und das aktuelle Windows 10 bringen bereits eingebaute Picture-in-Picture-Features mit. In Microsoft Edge könnt ihr bei den meisten Videos einfach einen Rechtsklick machen und „Picture-in-Picture“ auswählen. Das funktioniert auf YouTube, Netflix (im Browser), Twitch und den meisten anderen Video-Plattformen.

Auch der Windows Media Player und die Filme & TV-App unterstützen den Mini-Modus. Bei lokalen Videos klickt ihr einfach auf das entsprechende Symbol in der Steuerungsleiste.

Browser-Unterstützung 2026

Fast alle modernen Browser beherrschen Picture-in-Picture mittlerweile perfekt:

Chrome/Edge: Rechtsklick aufs Video → „Picture-in-Picture“
Firefox: Hover über Video → PiP-Symbol anklicken
Opera: Integrierte Video-Pop-Out-Funktion

Der große Vorteil: Die Videos laufen auch weiter, wenn ihr den ursprünglichen Browser-Tab schließt. Besonders praktisch für YouTube-Playlists oder Live-Streams.

Spezialisierte Tools für Power-User

Für erweiterte Funktionen gibt es immer noch dedizierte Apps. Das ursprünglich empfohlene Compact View wurde zwar eingestellt, aber es gibt bessere Alternativen:

OnTopReplica (kostenlos): Klont beliebige Fenster oder Fensterbereiche und hält sie immer im Vordergrund. Perfekt für lokale Videodateien oder Apps ohne native PiP-Unterstützung.

PiPer (GitHub): Open-Source-Tool speziell für Picture-in-Picture auf Websites, die es nicht nativ unterstützen. Funktioniert mit fast allen Video-Streams.

Always On Top (Microsoft Store): Hält beliebige Apps dauerhaft sichtbar – nicht nur Videos, sondern auch Chats, Monitore oder andere Tools.

Damit sich Videos von Websites unter Windows als Miniatur ansehen lassen, könnt ihr auch das ältere Tool Compact View nutzen, falls es noch verfügbar ist. Nach der Installation startet automatisch eine Browser-Ansicht. Gebt einfach die gewünschte URL ein – YouTube, Netflix oder Mediatheken funktionieren alle. Nach dem Start der Wiedergabe klickt ihr in der Titelleiste auf den Kompakt-Button für die Mini-Ansicht.

https://www.microsoft.com/de-de/store/p/compact-view/9n8tjmtmhbhk

Streaming-Dienste und ihre Eigenarten

Netflix: PiP funktioniert nur im Browser, nicht in der Windows-App
YouTube: Unterstützt PiP in allen Browsern und hat sogar Tastenkürzel (Alt+P in Chrome)
Twitch: Native Browser-PiP plus eigene Pop-Out-Funktion
Amazon Prime: PiP nur in Chrome/Edge, nicht in Firefox
Disney+: Browser-PiP funktioniert einwandfrei

Tastenkürzel und Profi-Tricks

Die meisten PiP-Fenster lassen sich per Tastatur steuern:
Leertaste: Play/Pause
Escape: PiP beenden
Pfeiltasten: Vor-/Zurückspulen (je nach Player)

In Chrome könnt ihr Picture-in-Picture auch per Entwicklertools erzwingen: F12 → Console → document.querySelector('video').requestPictureInPicture()

Mobile Geräte als Zweitbildschirm

Ein Geheimtipp: Apps wie „Spacedesk“ oder „Duet Display“ verwandeln euer Smartphone oder Tablet in einen zweiten Monitor. Dort könnt ihr dann Videos laufen lassen, während ihr am Hauptbildschirm arbeitet. Funktioniert über WLAN oder USB.

Performance und Akkulaufzeit

Picture-in-Picture ist überraschend ressourcenschonend geworden. Moderne Browser nutzen Hardware-Beschleunigung, sodass auch 4K-Videos flüssig im Mini-Format laufen. Bei Laptops verkürzt sich die Akkulaufzeit nur minimal – deutlich weniger als bei zwei geöffneten Browser-Tabs.

Fazit: PiP ist erwachsen geworden

Was früher Bastelei mit Drittanbieter-Tools war, funktioniert heute out-of-the-box. Die nativen Browser-Features reichen für 90% aller Anwendungsfälle. Nur bei speziellen Anforderungen oder lokalen Dateien lohnen sich noch separate Apps. Picture-in-Picture unter Windows ist endlich so einfach geworden, wie es sein sollte.

Zuletzt aktualisiert am 31.03.2026