WLAN-Profile in Windows 10 & 11 entfernen

von | 26.06.2016 | Windows

Nutzt ihr ein Notebook auf Reisen oder arbeitet regelmäßig von verschiedenen Standorten aus, sammeln sich schnell alle möglichen drahtlosen Netzwerke in der Windows-Liste an. Hotel-WLANs, Café-Hotspots, Konferenz-Netzwerke – die Übersicht geht schnell verloren. Dabei gibt es mehrere einfache Wege, diese wieder zu entfernen. Wir zeigen euch, wie es über verschiedene Methoden in Windows 10 und 11 funktioniert.

Methode 1: Klassisch über die Eingabeaufforderung

Zuerst die Windows-Taste drücken und „cmd“ eintippen. Mit der rechten Maustaste auf „Eingabeaufforderung“ klicken und „Als Administrator ausführen“ wählen. Diese Rechte sind nötig, um WLAN-Profile zu verwalten.

Die Liste aller gespeicherten WLANs ruft ihr mit dem Befehl netsh wlan show profiles ab. Hier seht ihr alle Netzwerke, mit denen sich euer Rechner schon mal verbunden hat. Einzelne Einträge könnt ihr dann über netsh wlan delete profile name=“Netzwerkname entfernen. Bei Namen mit Leerzeichen sind die Anführungszeichen wichtig.

wlan-loeschen

Wollt ihr alle gespeicherten Profile auf einmal löschen, geht das mit netsh wlan delete profile name=* i=* – aber Vorsicht, dann sind auch eure wichtigen Netzwerke weg.

Methode 2: PowerShell für Fortgeschrittene

Moderner und flexibler ist PowerShell. Öffnet sie als Administrator und nutzt den Befehl Get-NetConnectionProfile für eine Übersicht. Einzelne Profile löscht ihr mit Remove-NetConnectionProfile -Name „Netzwerkname“. PowerShell bietet mehr Filtermöglichkeiten und bessere Ausgabeformatierung.

Methode 3: Über die Windows-Einstellungen

Seit Windows 10 geht es auch grafisch: Einstellungen → Netzwerk und Internet → WLAN → Bekannte Netzwerke verwalten. Hier könnt ihr gespeicherte Netzwerke einzeln auswählen und „Nicht speichern“ klicken. Diese Methode ist benutzerfreundlicher, aber bei vielen Netzwerken zeitaufwändiger.

Registry-Bereinigung für Profis

Hartnäckige Einträge verstecken sich manchmal in der Registry unter HKEY_LOCAL_MACHINESOFTWAREMicrosoftWindows NTCurrentVersionNetworkListProfiles. Hier solltet ihr nur mit Bedacht vorgehen und vorher ein Backup erstellen.

Automatisches Vergessen verhindern

In Windows 11 könnt ihr in den WLAN-Einstellungen das automatische Speichern neuer Netzwerke deaktivieren. So sammelt sich erst gar kein Ballast an. Aktiviert dazu „Automatisch mit offenen Hotspots verbinden“ nicht.

Warum überhaupt aufräumen?

Zu viele gespeicherte WLAN-Profile können die Verbindungsgeschwindigkeit beeinträchtigen, da Windows ständig nach bekannten Netzwerken sucht. Außerdem ist es ein Sicherheitsrisiko: Gespeicherte Profile können von Angreifern für Evil-Twin-Attacken missbraucht werden.

Gruppenrichtlinien in Firmenumgebungen

Administratoren können über Gruppenrichtlinien zentral steuern, welche WLAN-Profile gespeichert werden dürfen. Die Einstellung findet sich unter Computer Configuration → Administrative Templates → Network → WLAN Service.

Mobile Hotspots nicht vergessen

Auch gespeicherte mobile Hotspots von Smartphones solltet ihr regelmäßig aussortieren. Diese tauchen ebenfalls in der Profile-Liste auf und können für Verwirrung sorgen.

Tipp für Firmengeräte

Bei Firmen-Laptops informiert vorher die IT-Abteilung. Manche Unternehmen haben spezielle WLAN-Konfigurationen, die nicht gelöscht werden sollten. Im Zweifel nur offensichtliche Gast-Netzwerke entfernen.

Regelmäßiges Aufräumen der WLAN-Liste gehört zur digitalen Hygiene. Macht es alle paar Monate und euer Windows-System verbindet sich schneller und sicherer mit drahtlosen Netzwerken.

Zuletzt aktualisiert am 08.04.2026