Eigentlich wurden Computer erfunden, um lästige und stupide Arbeiten zu übernehmen. Vor allem Rechenaufgaben sollen sie bewältigen, daher auch ihr Name („to compute“ = rechnen). Aber Rechnen müssen Computer heute kaum noch. Vor allem Heim-PCs beschäftigen sich mit ganz anderen Dingen: Sie formatieren Texte, holen Webseiten aus dem Internet und zeigen sie an, tauschen E-Mails aus – alles Aufgaben, die den Prozessor, Herzstück jedes PC und eigentlich ein Rechengenie, nicht besonders fordernj.

Computerspiele verlangen dem PC eine Menge ab

Richtig zur Sache hingegen geht es im Inneren des PCs bei Computerspielen. Insbesondere bei Actionspielen. Immer dann, wenn die Grafik möglichst realistisch aussehen soll – fast wie in einer Fernsehsendung. Autorennen sind ein gutes Beispiel. Oder so genannte „Shooter“, bei denen der Spieler sich in einer virtuellen Welt aufhält, mit gezückter Waffe durch dunkle Gänge spaziert und sich etwaiger Gegner erwehrt.

Solche Spiele verlangen dem Computer in der Regel alles ab. Damit Sound und Grafik aussehen „wie in echt“, ist Hochleistung angesagt. Hier gibt es tatsächlich jede Menge zu rechnen, damit auf dem Monitor die perfekte Illusion entsteht und die Boxen 3D-Sound bieten können. 15 bis 25 aufwändig gestaltete Bilder (Frames) pro Sekunde – vor einigen Jahren waren dafür noch sündhaft teure Hochleistungscomputer nötig. Heute kann das jeder besser ausgestattete PC zu Hause. Hauptsache, es ist genügend Speicher vorhanden und auch eine gute 3D-Grafikkarte eingebaut.

Unnötig: Lapidare Meldungen frustrieren die Benutzer

Grafik und Sound ist also keine triviale Angelegenheit. Das ist vielleicht zumindest eine Entschuldigung, wieso es genau hier immer wieder zu erheblichen Problemen kommt. Wer hätte das nicht schon mal erlebt: Spiele-CD ins Laufwerk geschoben, alles artig installiert – und was erscheint auf dem Bildschirm? Eine kryptische Fehlermeldung. Wenn man Glück hat. Oft zappelt die Grafik auch nur, die Farben sind falsch oder es ist gar nichts zu erkennen.

Wir können zum Mond fliegen und hoch aufgelöste Fotos von Mars und Titan zur Erde funken. Wir können Atome spalten und Gene analysieren. Aber die Entwickler von Computerprogrammen gelingt es nicht, ein Computerspiel so zu programmieren, dass es auf jedem PC mit passender Grafikkarte läuft? Oder wenigstens eine allgemein verständliche Meldung samt Erklärung auszuspucken, die jeder durchschnittlich begabte PC-Benutzer gleich versteht – um dann die nötigen Schritte einzuleiten? Kaum zu fassen!

Wenn Lernspiele rumzicken

Selbst Lernspiele für Kleinkinder melden oft nur lapidar: „DirectX unzureichend“ oder vermelden in englischem Kauderwelsch, was falsch gelaufen ist. Kurz: Eine Zumutung. Technisch sieht es so aus: Die Entwicklung bei Grafikkarten ist derart rasant, dass die Hersteller solcher Karten regelmäßig neue „Treiber“ herausbringen müssen. Treiber sind kleine Computerprogramme und dazu da, zwischen Windows, dem Spiel und der Hardware, der Grafikkarte also, zu vermitteln. Schleichen sich hier Fehler ein, kann das Spiel nicht laufen.

Viele Hersteller bringen alle paar Wochen neue Treiber heraus. Sie merzen so Fehler aus oder quetschen noch ein bisschen mehr Leistung aus den Geräten heraus. Hersteller von Computerherstellern setzen gerne den jeweils neuesten Treiber voraus. Um optimale Ergebnisse zu erzielen. Was verständlich ist. Ebenso verständlich aber ist, dass Computerbenutzer nicht alle paar Tage die neuesten Grafiktreiber aus dem Netz laden wollen – das ist schließlich jedes Mal mit einiger Mühe verbunden. Wenn alles läuft – wieso irgend was aktualisieren?

Unnötig: Lapidare Meldungen frustrieren die Benutzer

Die Folge: Computerspiele murren und mucken. Und das nervt. Die Zeit ist reif, dass sich die Verantwortlichen – Microsoft sowie Hersteller von Grafikkarten und Computerspielen – mal zusammen setzen und eine Lösung erdenken. Sinnvoll wäre es, dass Computerspiele quasi automatisch abfragen können, ob der neueste Treiber vorhanden ist – um dann nötigenfalls die passende Datei aus dem Netz zu holen und auch gleich zu installieren. Alles vollautomatisch. Wie wär´s? Das müsste doch eigentlich zu schaffen sein.

Zugegeben: Keine einfache Aufgabe. Vor allem, weil auch an Sicherheitsaspekte gedacht werden muss. Aber quengelnde Kinder, weil das neu gekaufte Computerspiel nicht läuft, frustrierte Eltern und am Boden zerstörte Spielefans sind auch kein Spaß. Die Mühe wäre es also wert.