
Das konnte einfach nicht ohne Folgen bleiben. Laut einer repräsentativen Umfrage der Meinungsforscher beim Forsa-Institut beeinflusst die Vorratsdatenspeicherung das Telefonierverhalten. Beinahe die Hälfte aller Deutschen empfindet die Vorratsdatenspeicherung als unverhältnismäßig und als unnötigen Eingriff in die Freiheitsrechte.
Nicht wenige Bürger, laut Forsa sogar die Mehrheit der Befragten, gaben an, wegen der Vorratsdatenspeicherung auf den Rat von Beratungsstellen, Psychotherapeuten und vergleichbaren Diensten verzichten zu wollen, zumindest telefonisch, per E-Mail oder im Web.
Alarmierende Zahlen. Zumal jede dreizehnte Person sogar angibt, ganz konkret schon auf eine Beratung verzichtet zu haben.
Der eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft und der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, die die Studie in Auftrag gegeben haben, meinen deshalb auch, dass das neue Gesetz offensichtlich oftmals eine gefährliche Wirkung entfalte. „Die abschreckende Wirkung dieses Gesetzes ist lebensgefährlich, wo etwa telefonische Hilferufe bei Psychotherapeuten oder Drogenberatungsstellen unterbleiben“, begründet Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung seine Einschätzung.
Bedenklich ist dieser Vertrauensschwund in die Kommunikationsmedien aber auf alle Fälle.
