Wahrscheinlich haben wir uns doch schon alle mal gefragt: Woher kommt er bloß, der Kringel, den alle „Ät“ aussprechen? Eine Erfindung von Bill Gates? Mitnichten! Historiker haben die Ärmel hoch gekrempelt und alte Schriften studiert. Sie konnten das ungewöhnliche Zeichen tatsächlich bis in ein Kloster im Mittelalter zurück verfolgen. Dort war einem faulen Mönch das Wörtchen „ad“ (lateinisch, bedeutet so viel wie „zu“ oder „an“) zu lang. Flugs erfand er ein neues Zeichen: Er hat die beiden Buchstaben „a“ und „d“ zu einem einzelnen Zeichen verschmolzen. Ein Zeichen, das dem heute bekannten „@“ schon recht ähnlich war.

Weniger später, im 15 Jahrhundert nämlich, haben dann wohl iberische Kaufleute das kunstvoll geschwungene Zeichen entdeckt. Sie ignorierten die ursprüngliche Bedeutung und machten es zur Abkürzung für die damals zum Abwiegen von Stieren und Wein gebräuchliche Gewichtseinheit „Arroba“. (Ein Arroba sind rund 11,5 Kilogramm.) Wieviel „@“ wohl ein ausgewachsener Stier wiegt?

Aber das ist ein anderes Thema. Während der Renaissance wurde das „@“wieder anders benutzt, diesmal als Abkürzung für „zu“. Man konnte über den Markt schlendern und Schilder sehen, auf denen stand geschrieben: „2 Äpfel @ 10 Schilling“.

Mit der industriellen Revolution vor allem in der Buchhaltung populär geworden, schaffte es der Kringel später dann auf fast alle Schreibmaschinentastaturen. Im Angelsächsischen Raum wurde das „@“ danach vor allem in der Bedeutung von „an“ oder „bei“ verwendet. Bis das Internet erfunden wurde. Irgend jemand benutzte das „@“ als Bindeglied in E-Mail-Adressen. Seitdem steht der Klammeraffe symbolisch fürs Internet und ist zu einem der wichtigsten Zeichen der Neuzeit geworden. Warum wir Klammeraffe dazu sagen? Das machen nur wir Deutsche. Grund sollen die kleinen Plastikäffchen sein, die in den 70er Jahren (der Geburtsstunde der E-Mail) als Modeerscheinung an vielen Gläsern baumelten.