Lycos LogoLycos, Lycos, da war doch mal was… Richtig: Anfang 2000 war Lycos noch eine richtig große Nummer im Internetgeschäft. Doch nun macht Bertelsmann den Laden dicht. Die einzigen noch ertragsreichen Bereiche werden verkauft. Mehrere hundert Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz – wegen Missmanagement. Nicht der einzige Internet-Flop derzeit.

Dabei hatte bei Lycos alles so vielversprechend begonnen. Der Börsenstart im Frühjahr 2000 war fulminant (33-fach überzeichnet, die Aktien mussten verlost werden). Kein Wunder, denn wer damals im deutschsprachigen Internet unterwegs war, der ist früher oder später fast zwangsweise über Lycos gestolpert. Den schwarzen Hund als Maskottchen des Unternehmens kennt wohl fast jeder.

Ein guter Start ist allerdings kein Garant für Erfolg. Noch nicht einmal die Tatsache, dass mit Bertelsmann einer der größten Medienkonzerne der Welt hinter Lycos stand (und steht), konnte für einen Erfolg sorgen. Darüber hinaus wurde Lycos bis zum heutigen Tag von Christoph Mohn geführt – der Sohn des Milliardärs und Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn.

Und heute? Heute liegt Lycos am Boden. Wortwörtlich. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung von Lycos Europe in Amsterdam wurde am 12.12.2008 beschlossen, das Domaingeschäft, das Geschäft mit Internet-Shopping sowie das dänische Portalgeschäft, die zusammen gut zwei Drittel des Umsatzes ausmachen, zu veräußern. Alle anderen Sparten wird das Unternehmen komplett schließen. Dadurch verlieren 500 der rund 700 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz. Auch die Aktionäre schauen in die Röhre. Eine riesige Schlappe für den Bertelsmann-Sohn. Über 600 Millionen Euro wurden verbrannt – lange vor der Finanzkrise.

Das Beispiel Lycos zeigt, dass es eben doch nicht so einfach ist, im Internet erfolgreich zu sein – und gutes Geld zu verdienen. Es sieht immer so einfach aus – ist es aber dann irgendwie doch nicht. Auch Google hat dieser Tage etliche Dienste wieder eingestellt, die nicht funktioniert haben, etwa das 3D-Chat-Forum Lively.

Wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, dass Unternehmen und Marken aus dem Web verschwinden. Es ist eben kein Platz für zehn Suchmaschinen, für zehn Preisvergleicher, für drei Social Networks für Studenten – zumindest nicht auf Dauer.

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