Wenn die RechnerAngelegenheit nicht so beängstigend wäre, könnte so etwas wie Schadenfreude aufkommen: Auf mehreren Computern im Bundeskanzleramt und in verschiedenen Ministerien sind Trojaner entdeckt worden. Kein Bundestrojaner, den Innenminister Wolfgang Schäuble immer wieder so leidenschaftlich verteidigt, sondern dreiste Spionagetrojaner, die womöglich aus China kommen, berichtet zumindest Spiegel Online. Trojaner im Bundeskanzleramt? Wie ist das möglich?

Offensichtlich sind die Trojaner huckepack mit Word- oder Powerpoint-Dokumenten auf die Regierungsrechner gelangt. Schlimm genug, dass kein Spyware-Schutz Alarm geschlagen hat. Noch bedenklicher wäre es aber, wenn es den Trojanern tatsächlich gelungen sein sollte, Daten an die Auftraggeber zurückzusenden, denn genau das sollte eine gut konfigurierte Firewall verhindern. Hoffen wir, dass es so war.

Wundern darf man sich nicht, dass in vielen Foren Schadenfreude herrscht, auch wenn dazu eigentlich kein Anlass besteht. Dazu ist die Sache zu ernst. Der „Bundestrojaner“ genannte Trojaner, der von Polizei und Verfassungsschutz eingesetzt werden soll, um Rechner von Kriminellen zu kapern und die Behörden mit Daten zu versorgen, funktioniert grundsätzlich genauso wie die jetzt entdecken Schnüffelprogramme.

2 Kommentare
  1. datt-bo
    datt-bo sagte:

    Ich hoffe nur,das die Kriminellen genau so doof sind wie unsere Regierung und den
    „Bundestrojaner“ auf ihre Rechner lassen.
    Was ist Deutschland doch für eine Bananenrepublik:(

Trackbacks & Pingbacks

  1. Von China lernen, heißt spionieren lernen…

    Hendrik Thalheim, Pressesprecher der Bundestagsfraktion der Linken, erinnert sich angesichts der Aufregung über die angebliche Ausspähung der deutschen Regierungs-PCs durch "chinesische Trojaner" an einen alten Kinderspruch: "Was du ni…

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