Google Desktop findet blitzschnell Dokumente auf dem eigenen Rechner. Die neue Version 5 hat darüber hinaus eine Menge interessanter Extras zu bieten.

Es ist schon ein bisschen verrückt: Wer in den Untiefen des Internet etwas sucht, der befragt einfach die Suchmaschine seines Vertrauens und hat meist schon nach wenigen Sekunden jede Menge Fundstellen auf dem PC-Bildschirm. Die eigene Festplatte ist verglichen damit weitgehend unbekanntes Terrain, eine Art Bermuda-Dreieck für Daten jeder Art. Wer hier nach Programmen oder Dateien sucht und sich auf die in Windows eingebaute Suchfunktion verlässt, braucht viel Geduld – und findet das Gewünschte oft selbst dann nicht.

Einmal indexieren, immer schneller suchen

Während Windows Vista nun endlich mit einer exzellenten Suchfunktion ausgerüstet ist, die in Sekundenbruchteilen Programme, Dateien oder E-Mails aufspüren kann, müssen Benutzer von Windows XP sich anders behelfen. Eine Desktop-Suchmaschine zerrt verschollene Dateien an Tageslicht. Es gibt verschiedene Suchprogramme, die meisten sind kostenlos. Sie heißen Google Desktop Search, Yahoo Desktop Search, Copernic, x-friend oder blinkx und funktionieren alle mehr oder weniger nach demselben Prinzip.

Nach der Installation wird erst mal die komplette Festplatte indexiert. Dazu wird der Inhalt jeder einzelnen Datei und E-Mail unter die Lupe genommen, das Programm merkt sich Stichwörter und administrative Daten. Ein Vorgang, der je nach Festplattengröße durchaus mehrere Stunden dauern kann. Vorteil: Wird später etwas gesucht, lässt sich über den erzeugten Index blitzschnell herausfinden, welche Dateien in Frage kommen. Diese Aufgabe erledigen alle Suchdienste mehr oder weniger gut.

Google Desktop Version 5

Mit Abstand am populärsten ist Google Desktop Search. Vor einigen Tagen ist Version 5 herausgekommen, mit deutscher Benutzeroberfläche. Unter http://www.springhin.de/google-desktop kann jeder das Programm kostenlos herunterladen. Die neue Version wartet mit einigen interessanten Funktionen und Extras auf. So präsentiert Google Desktop nun zum Beispiel auf Wunsch auch eine Vorschau von aufgespürten Dokumenten, gleich im Browser-Fenster, etwa bei Word- oder Excel-Dateien. Das erleichtert es in der Praxis enorm, die passenden Dokumente zu finden. Außerdem kooperiert Google Desktop auch mit Outlook, Outlook Express und Thunderbird. So lassen sich dann auch E-Mails im Blitztempo durchsuchen, was angesichts der eher lahmen Suchfunktion in den meisten E-Mail-Programmen ein regelrechter Segen ist.

Wirklich praktisch ist das Schnellsuchfeld. Wer zwei Mal hintereinander die Steuerungstaste drückt, kann ohne Umwege und auch ohne den Browser bemühen zu müssen einen Suchbegriff eingeben. Noch während des Tippvorgangs präsentiert Google Desktop bereits die ersten Fundstellen. Auf diese Weise lassen sich übrigens nicht nur Dokumente oder bereits angesurfte Webseiten wieder finden, sondern auch Programme aufspüren. Einfach der Namen des Programms eintippen und aus dem Schnellsuchfeld heraus starten. Ungemein praktisch, vor allem bei Anwendungen, die man nicht so oft benutzt und daher auch nicht mehr weiß, in welchem „Start“-Menü sie sich verborgen halten.

Extras für die Sidebar: Gadgets

Aufpoliert haben die Entwickler aber vor allem auch die so genannte Sidebar. Hier lassen sich aktuelle Nachrichten, Börsenkurse oder Wetterberichte anzeigen, die aus dem Netz geholt werden, man kann aber auch so genannte „Gadgets“ installieren. Kleine Zusatzanwendungen, die es kostenlos im Netz gibt und an einer beliebigen Stelle in der Sidebar eingehakt werden. Praktisch zum Beispiel das Wikipedia-Gadget: Ein zusätzliches Suchfeld in der Sidebar, über das sich schnell und bequem Wikipedia befragen lässt.