Microsoft versucht mit Silverlight eine Konkurrenz zu Adobe Flash aufzubauen: Auch Silverlight macht Webseiten bunter und dynamischer – und wird immer öfter eingesetzt.

Spätestens seit dem Erfolg von Videoplattformen wie Youtube, Google Video und Co. ist Adobe Flash auf nahezu jedem Rechner vorhanden. Das unter http://www.adobe.de kostenlos erhältliche Plugin spendiert dem Browser jede Menge zusätzlicher Funktionen. So lassen sich mit Hilfe von Flash Animationen anzeigen, aber auch interaktive Webseiten bauen oder eben Videos auf Webseiten anzeigen.

Adobe Flash vs Microsoft Silverlight

Adobes Flash ist längst ein Quasi-Standard in der Webwelt. Wenn ein Webdesigner etwas animieren möchte, etwa ein Intro auf einer Webseite oder ein Menü, greift er in der Regel zu Flash. Genau das ist auch Adobes Geschäftsmodell: Während der Player gratis ist, müssen die Entwickler für die Werkzeuge zahlen. Längst hat sich Flash aber auch zum Werkzeug für viele Kreative entwickelt: Es gibt Tausende von exzellent animierten Flash-Filmen im Netz. Keine Videos, sondern programmierte Animationen, die auf dem Rechner des Betrachters erzeugt werden. Vorteil: Keinerlei Verlust bei der Bildqualität bei gleichzeitig vergleichsweise kompakten Dateien.

Doch nun gibt es immer mehr Webseiten, die einem Plugin namens Microsoft Silverlight verlangen: Silverlight ist eine Technologie, die häufig mit Adobe Flash verglichen wird. Denn so wie Flash ermöglicht auch Silverlight Animationen und das Abspielen von Videos in Webseiten. Wenn eine Webseite Silverlight voraussetzt, aber das nötige Plugin fehlt, erscheint ein Hinweis auf dem Bildschirm. Das Plugin lässt sich dann per Mausklick schnell und unkompliziert installieren.

Silverlight Download

Unter http://www.microsoft.com/silverlight gibt es nicht nur das Plugin, sondern auch ein paar Beispiele, was sich mit Silverlight so alles anstellen lässt. Am beeindruckendsten ist vielleicht die Suchmaschine Tafiti unter http://www.tafiti.com: Die Suchergebnisse erscheinen nicht nur vergleichsweise schnell auf dem Bildschirm, sondern werden auch ansprechend präsentiert. Solche optischen Gimmicks sind natürlich nicht jedermanns Sache. Durchaus sinnvoll können solche Möglichkeiten aber auf Webseiten sein, die vor allem unterhalten sollen oder wo es um ein Einkaufserlebnis geht. Das sind zunächst die Einsatzgebiete von Silverlight.

Das Plugin ist nicht mal zwei MByte groß, also schnell installiert und belastet die Systemressourcen kaum. Es gibt Silverlight bereits für Internet Explorer, Firefox und Safari, für Windows und Apple Mac OS. Auf Vista-Rechnern ist Silverlight quasi serienmäßig vorhanden. An der Version für Opera wird noch gearbeitet. Selbst für die Linux-Welt soll es Silverlight geben: Ein Entwicklungsteam bei Novell entwickelt Moonlight, das demnächst fertig werden soll und mit Silverlight entwickelte Webseiten auch auf Linux-Rechnern sichtbar machen soll. Auch wenn bezweifelt werden darf, dass es viele Linux-User gibt, die darauf sehnsüchtig warten (hier sind Microsoft-Produkte jeder Art eher verpönt).

Vorteile von Flash und Silverlight

Für alle, die Webseiten gestalten und entwickeln, haben Technologien wie Flash oder Silverlight durchaus einige Vorteile: Anders als gewöhnliche HTML-Webseiten sehen in Flash oder Silverlight entwickelte Seiten oder Animationen auf jedem Rechner gleich aus, egal welches Betriebssystem oder welcher Browser eingesetzt wird. Außerdem gibt es gerade für Silverlight komfortable Baukasten-Systeme, mit denen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand interessante Projekte zusammenstellen lassen.

Als Benutzer bekommt man auf vielen Webseiten mehr Chic und Komfort geboten. Allerdings gibt es mittlerweile auch Werbebanner im Flash-Format, die aufdringlich blitzen und blinken. Wer kein Flash installiert hat, muss sich diese Banner nicht ansehen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch für Silverlight entsprechende Werbeflächen im Web auftauchen. Außerdem bedeutet jede zusätzliche Erweiterung auch ein gewisses Sicherheitsrisiko. Darum ist es in vielen Unternehmen gar nicht erlaubt, dass Mitarbeiter selbständig eine Erweiterung wie Flash oder Silverlight installieren, was wiederum bedeutet, dass Webseiten, die davon Gebrauch machen, nicht darstellbar und nutzbar sein. Auch ein Silberlicht wirft also gewisse Schatten.