Als Google vor einigen Jahren die durchaus respektable Bilder-Software Picasa gekauft hat, mit der sich vor allem komfortabel große Bildermengen organisieren und präsentieren lassen, waren viele verblüfft. Mittlerweile wissen wir aber: Google denkt strategisch und besetzt gerne populäre Themen. Das Bearbeiten und Verwalten von Fotos gehört zweifellos dazu, zumal Fotos heutzutage vor allem online gespeichert, verteilt und sogar bearbeitet werden.

Bilder organisieren

Picasa ist ein prima Werkzeug, um große Bildermengen zu verwalten. Mittlerweile ist die dritte Generation der kostenlosen Bilder-Software erhältlich. Picasa 3 hat jede Menge interessanter Neuerungen zu bieten. Allerdings ist der kleine Juwel derzeit nur mit englischsprachiger Benutzeroberfläche zu haben. Deutsche Benutzer bekommen auf der Google-Homepage (http://www.google.com/picasa) jedoch nur die Vorgängerversion 2.7 angeboten.

Aber es gibt einen Trick: Unter http://www.springhin.de/picasa3 können Interessenten die englische Version von Picasa 3 laden. Und so viel kann ich verraten: Es lohnt sich. Die Entwickler haben ganze Arbeit geleistet. Picasa durchsucht auf Wunsch die gesamte Festplatte nach Bildern und hilft dann beim Ordnen und Organisieren. Praktisch: Wer nur Porträtfotos sehen möchte, also Bilder mit Personen drauf, aktiviert den neuen Filter „Show only photos with faces“. Funktioniert tadellos.

Neue Retuschefunktionen

Die Entwickler haben Picasa 3 einige neue Retuschierfunktionen und Effekte spendiert. Damit lassen sich jetzt zum Beispiel auch Scans alter Fotos optimieren. Andere Bildbearbeitungsprogramme können definitiv mehr, aber was Picasa anbietet, das reicht in der Regel dennoch vollkommen aus

Wer mag, kann die lokal auf der Festplatte gespeicherten Fotos in Alben zusammen fassen oder in Online-Alben speichern. Google spendiert jedem Benutzer 1 GByte Speicherplatz. Online gestellte Fotos lassen sich mit Kennzeichnungen („Tags“) oder Namen versehen, um sie besser organisieren oder später wieder auffinden zu können. Auch in den eigenen Google-Blog können die Fotos hochgeladen werden.

Fotocollagen oder Bildschirmschoner

Picasa 3 erstellt auf Wunsch aus ausgewählten Fotos aber auch Fotocollagen oder Bildschirmschoner, sogar Videos kann Picasa 3 erzeugen. So entsteht eine Art Dia-Show mit frei wählbaren Effekten, die Bilder werden zum Beispiel sanft gezoomt, während sie zu sehen sind. Der fertige Film landet außerdem auf Wunsch per Knopfdruck bei Youtube.

Immer beliebter wird das Thema Geotagging, das Verorten von Fotoaufnahmen. Picasa erlaubt, jedes Foto mit einer Ortsangabe zu versehen. Dazu kooperiert Picasa – klar! – mit Google Earth. Hier kann man die Orte suchen und auswählen, hier werden die eigenen Fotos auch präsentiert, wenn man möchte. Die Aufnahmen aus dem Urlaub kann man so exakt den Plätzen zuordnen, wo die Bilder entstanden sind.

Picasa Viewer

Wirklich schick finde ich den Picasa Viewer, der sich auf Wunsch nahtlos in den Windows Explorer integriert. Dann reicht ein Doppelklick auf ein Bild oder das Auswählen der Funktion „Vorschau“, um den Picasa-Viewer zu arten. Anschließend kann man komfortabel durch die Bilder des aktuellen Ordner rollen, jedes Fotos stufenlos verkleinern und vergrößern oder auch eine Dia-Show starten. Das ist ungemein praktisch und sehr komfortabel.

Picasa 3 ist noch enger mit der Onlinewelt verzahnt als frühere Versionen: Picasa kooperiert mit Google Earth, speichert Fotos auf Wunsch in einem Picasa-Onlinealbum und kann auch Blogs bedienen. Da wird es manch einem mulmig, denn spätestens seit der Diskussion um Google Chrome ist klar, dass Google eine Menge Daten erhebt. Wer Fotos mit Picasa online speichert und kennzeichnet, legt diese Fotos im eigenen Google-Konto ab, fügt also Daten hinzu. Ob man das bedenklich findet oder nicht, muss jeder selbst entscheiden.