Was für eine Idee: Anfang des Jahres ist in den USA eine neue Zeitung auf den Markt gekommen, “The Printed Blog“, der gedruckte Blog.

“The Printed Blog” wollte die erste gedruckte Zeitung sein, die von der ersten bis zur letzten Seite ausschließlich mit Webinhalten bestückt wird: Artikeln, Fotos, Umfragen, Statistiken, Grafiken – alles dem Web entnommen.

Gründer Josh Karp hatte US-Blogger aufgerufen, ihre Artikel für die Zeitung zur Verfügung zu stellen. Die Zeitung sollte kostenlos an Bahnhöfen in Chicago und San Francisco verteilt werden. Refinanziert durch Werbung.

Doch die Resonanz war eher mau – bei den Bloggern, aber auch bei den Lesern.

Jetzt hat Karp in seinem Blog mitgeteilt, dass das Projekt gestorben ist. Die Zeitung hat sich nicht selbst getragen – und die Investoren sind ausgeblieben.

Ehrlich gesagt, keine große Überraschung in Zeiten des Mediensterbens. In den USA machen derzeit reihenweise Zeitungsredaktionen dicht. Da ist die Bereitschaft, in ein neues Zeitungsprojekt zu investieren, eher gering.

Bereits im Januar 2009 habe ich über Blog: das Projekt berichtet – und das Ganze als “Schnapsidee” bezeichnet. Da habe ich wohl Recht behalten.

Traurig für den Gründer, der neben Herzblut und Energie auch eine Menge Geld in das Projekt gesteckt hat. Aber die Gründe liegen auf der Hand: Wer Blogs lesen will, der macht das online. Blogs leben von einer intensiven Verlinkung: Blogger zitieren gerne und beziehen sich aufeinander, all das kann Papier einfach nicht bieten. Abgesehen davon sind Blogs top aktuell – und jeder Leser kann seine Kommentare loswerden. Blogs zu drucken ist deshalb ein recht absurder Gedanke, weil alle Vorteile des Bloggens wegfallen.

Es hat sich nun gezeigt, dass es die Leser offensichtlich genauso sehen.

Warten wir die nächste gute Idee ab. 😉