Bei Google kann man so ziemlich alles finden – außer Musik. Wer einen aktuellen Hit oder Klassiker sucht, den er sich mal anhören oder womöglich sogar – legal! – im Internet kaufen möchte, wird von Google im Regen stehen gelassen (von allen anderen Suchdiensten allerdings ebenfalls).

Aber warum eigentlich? Die Frage hat man sich nun anscheinend auch bei Google genau so gestellt. Und beschlossen, künftig auch Musik als Suchergebnis anzubieten. Dann kann der geneigte Musikfreund nicht nur kostenlos ein paar Sekunden in die Musik reinhören, sondern die Titel bei Gefallen auch kaufen.

Google will keinen eigenen Shop dazu aufbauen, sondern kooperiert mit Musikportalen wie iLike, Imeem und Lala, die in den USA recht bekannt sind, hier allerdings kaum jemand kennt. Mittwoch soll es mit dem neuen Dienst losgehen, der vermutlich Google Audio heißen soll. Allerdings erst mal nur in den USA. Wann ein ähnlicher Service in Deutschland gestartet wird, steht noch in den Sternen.

Klar, dass Google seine Kernkompetenz unter Beweis stellen will und neben den eigentlichen Musikschnipseln zum Anhören und den Kauflinks auch Fotos der Musiker, Hintergrundinfos, Songtexte, Tourdaten und vieles mehr präsentieren will und wird. Zweifellos wird man schon bald auch Tickets kaufen können. Da steckt dann noch mehr Musik 😉 drin, denn Tickets sind teuer, entsprechend attraktiv dürften die Provisionen sein, die man da verdienen kann.

Offensichtlich sind alle großen Musiklabel mit an Bord. Leidtragende der neuen Kooperation dürften Amazon und Apple sein, die bereits florierende Onlinemusikshops betreiben und nun erheblich Konkurrenz bekommen. Außerdem wird es einigen Usern gar nicht schmecken, dass Google nun auch noch mitbekommt, welche Musik wir mögen. Der Suchdienst verfügt ohnehin schon über einen mehr als üppigen Datenpool, viele werden den nicht unnötig weiter anreichern wollen.

Auf jeden Fall bringt die neue Kooperation weiter Bewegung in den Markt. Die Suchmaschinen rüsten derzeit auf – und Musik wird sicher eher günstiger als teurer im Netz. Darüber können wir Konsumenten uns eigentlich nur freuen.