Fast alle schwärmen vom iPhone – und viele haben es tatsächlich in der Tasche (ich auch).

Da wundert es fast schon ein bisschen, dass bislang noch kein ernsthafter Virus oder Wurm aufgetaucht ist, denn genügend „Nährboden“ gäbe es für ein solches Schadprogramm eigentlich.

Doch nun ist tatsächlich ein erster Wurm namens ikee aufgetaucht, der ausschließlich iPhones befällt. Aber kein Grund, das iPhone in Quarantäne zu schicken: Allzu großen Schaden richtet Ikee nämlich nicht an: Auf infizierten iPhones erscheint als Hintergrundbild ein Foto des Musikers Rick Astley und der Text „ikee is never going to give you up (You have been Rickrolled)“.

Betroffen sind ausschließlich iPhones, die mit Jailbreak geknackt wurden (etwa, um den Knebelverträgen mit T-Mobile zu entgehen) und die außerdem auch noch eine SSH-Software installiert haben, mit der man sich in andere Computer oder Server einwählen kann. Haben wirklich nicht viele. Außerdem versucht der neue Wurm ausschließlich iPhones auszutricksen, die im australischen UMTS-Netz eingebucht sind. Ein relativ kleiner Adressatenkreis, also.

Aber: Der iPhone-Wurm ikee zeigt, dass es durchaus geht, dass auch ein iPhone Sicherheitslücken aufweist. Nun wird Apple natürlich – zu Recht! – sagen, dass nur geknackte iPhones betroffen sind. Stimmt. Aber auch andere Szenarien sind theoretisch denkbar, auch auf nicht geknackten iPhones. Zwar gelangen Anwendungen normalerweise ausschließlich über Apples AppStore ins Handy (außer bei geknackten iPhones), und dieser AppStore wird streng kontrolliert. Aber auch das schützt nicht zu 100 Prozent.

Man muss klar sehen: iPhone-Benutzer sind eine attraktive Zielgruppe. Es gibt sehr viele davon, und iPhonianer laden eine Menge Programme nach. Da fällt es also nicht auf, wenn auch mal ein faules Ei darunter ist. Außerdem sind auf modernen iPhones jede Menge interessanter Daten gespeichert. Lukrativ für potenzielle Hacker und Datendiebe.

Viren- und Wurmwellen wie in der PC-Welt sind dennoch nicht zu befürchten. Es gibt so viele unterschiedliche Handys, Modelle und Betriebssysteme, dass es jeder Wurm schwer hätte, sich rasend zu verbreiten. Hinzu kommt, dass längst nicht alle Handys ständig online sind. Bei iPhone und Android (Google-Handy) mag das anders sein, deshalb sind diese Handywelten noch am ehesten gefährdet. Aber der Rest ist mehr offline als online. Noch.

Kein Handybenutzer muss sich also derzeit ernsthafte Sorgen machen, Opfer eine Viren- oder Wurmattacke zu werden. Es werden sicher eher andere Gefahren auf die Mobilwelt zukommen. Anwendungen mit Trickbetrügereien zum Beispiel. Oder Schnüffelangriffe à la Phishing. So etwas halte ich für wahrscheinlicher und ist wohl nur eine Frage der Zeit.

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  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von joerg schieb, Simon Schmitt erwähnt. Simon Schmitt sagte: #schiebde: Erster iPhone-Wurm aufgetaucht http://bit.ly/3MWBoy (via @schiebde) […]

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