Das vergangene Jahr war geprägt von Wikileaks: Kaum ein Monat, in dem nicht über das Für und Wider des Enthüllungsportals diskutiert wurde. Seitdem es Wikileaks gibt, kann jeder anonym Dokumente veröffentlichen, die für die Öffentlichkeit relevant sein könnten – und die Presse greift die interessantesten Dokumente auf.

Wikileaks sorgt nicht nur für eine Menge Wirbel, sondern auch für politischen Sprengstoff. Das wird sich in 2011 nicht ändern: Schon für Januar sind neue Enthüllungen angekündigt, diesmal aus der Bankenwelt. In 2011 werden diverse Wikileaks-Variationen starten, Portale, die nach demselben Prinzip funktionieren, sich aber speziellen Themen widmen. An das Prinzip Wikileaks werden sich alle gewöhnen müssen: Es ist aus dem Internet und der Medienwelt kaum noch wegzudenken.

2011 ist das Jahr der Tablet-PCs und eBook Reader

Aber auch die Art und Weise, wie wir das Internet nutzen, ist im Wandel begriffen. Apple hat mit dem iPad eine ganz neue Computergattung eingeführt, die vor allem im Privatbereich gut ankommt. Mit einem Tablet-PC auf dem Schoß im Wohnzimmer im Internet surfen – das wird immer populärer. Apple hat für 2011 eine neue Ausgabe des iPad angekündigt. Experten rechnen mit mehr Anschlussmöglichkeiten, höherem Arbeitstempo und möglicherweise auch mit einem noch besseren Display. Die Zahl der Apps fürs iPad wächst rasant und wird in 2011 beeindruckende Ausmaße annehmen.

Für viele Verlage ist das iPad im Speziellen und die Gerätegattung Tablet-PC im Besonderen ein Hoffnungsschimmer: iPad-Benutzer sind bereit, für Inhalte Geld zu bezahlen. Einige Tageszeitungen haben bereits begonnen, spezielle digitale Ausgaben fürs iPad anzubieten. Weitere Zeitungen und Zeitschriften werden in 2011 folgen. Auch werden andere Hersteller vergleichbare Geräte anbieten: Bislang gibt es lediglich das Galaxy Tab von Samsung mit Android-Betriebssystem, doch weitere Geräte werden folgen. Der Markt ist in Bewegung.

Das gilt auch für die elektronischen Lesegeräte, die als eBook-Reader bekannt sind. In Deutschland spielen diese Geräte bislang keine große Rolle, während sich eBook-Reader in den USA bereits größter Beliebtheit erfreuen. Für 2011 rechnen Experten auch in Deutschland mit einer Trendwende: Der Kindle von Amazon wird günstiger werden, das Angebot an Inhalten (eBooks) deutlich zunehmen und somit die Akzeptanz für eBook-Reader wachsen. Auch andere eBook-Reader werden günstiger. Wenn die Auswahl an Büchern und Zeitschriften zunimmt, dann greifen auch immer mehr Konsumenten zu entsprechenden Lesegeräten.

Soziale Netzwerke auch in 2011 im Aufwind: Gesichtserkennung und mehr

Das vergangene Jahr war eine Erfolgsjahr für soziale Netzwerke im allgemeinen und für Facebook im Besonderen. Facebook hat mittlerweile über 600 Millionen Mitglieder weltweit, und das trotz anhaltender Kritik was den mangelnden Datenschutz betrifft. Auch in 2011 werden die Menschen in Scharen in die sozialen Netzwerke strömen, denn soziale Netzwerke sind längst mehr als eine Plattform zum Austausch von Befindlichkeiten und Statusberichten. Für viele sind soziale Netzwerke die erste Anlaufstelle überhaupt im Web – und viele verlassen diese Welt gar nicht mehr.

Facebook hat gerade erst eine Gesichtserkennung eingeführt: Das System erkennt auf Wunsch automatisch Personen auf hochgeladenen Fotos. Theoretisch ist es schon jetzt möglich, auch in vorhandenen Fotos nach Gesichtern zu suchen oder auf Kopfdruck ermitteln zu lassen, wer auf einem Foto zu sehen ist. Technisch längst möglich – und nur aufgrund von Datenschutzbedenken noch nicht im Angebot. Aber ganz sicher werden die sozialen Netzwerke versuchen, in diesem Bereich ihre Möglichkeiten auszuloten und auszubauen.

Weil immer mehr Menschen auch unterwegs online gehen, verraten auch immer mehr User ihren aktuellen Aufenthaltsort – bedenkenlos. Für Freunde kann das auch sehr nützlich und interessant sein, allerdings lassen sich dadurch auch Bewegungsprofile erstellen. Die Angebote mit ortsbezogenen Diensten werden in 2011 zunehmen, die Kritik an solchen Diensten allerdings ebenfalls. Auch der Datenschutz ganz allgemein wird in 2011 weiter diskutiert werden, insbesondere in Bezug auf die sozialen Netzwerke.

Unterhaltungstrend 3D

Im Kino ist 3D derzeit das große Thema: Viele Filme werden heute wie selbstverständlich auch in 3D präsentiert, immer mehr Kinos rüsten ihre Technik entsprechend auf. Dieser Trend schwappt nun auch in die Welt der Computer- und Videospiele. Das Angebot an 3D-tauglichen Spielen nimmt bereits zu. Allerdings sind dazu auch entsprechende Fernseher und Monitore erforderlich – oder zumindest 3D-Brillen, um überhaupt in den Genuss der dritten Dimension zu kommen.

Aber 3D lässt sich nicht nur konsumieren, sondern auch selbst herstellen. Längst sind erste digitale Fotoapparate und Videokameras auf dem Markt, die in der Lage sind, 3D-Fotos oder 3D-Filme herzustellen. Noch ist die Auswahl an solchen Geräten eher klein, aber für 2011 ist mit einer deutlichen Zunahme zu rechnen. Einige Hersteller haben entsprechende Kameras und Camcorder angekündigt. Auch im Internet bekommt 3D eine wachsende Bedeutung: Fotos und Videos werden in 3D präsentiert. 3D wird sich zwar nicht zum Massenthema entwickeln, aber zu einer durchaus respektablen Nische.

Cloud Computing: Daten in der Wolke speichern

Auch “Cloud Computing” ist zu einem Massenphänomen geworden und wird in 2011 an Bedeutung gewinnen: Wer immer mehr Geräte benutzt, etwa den PC zu Hause, den Rechner am Arbeitsplatz, einen Notebook für unterwegs, aber dann auch noch iPad, Smartphone und andere Geräte, der will wichtige Daten oder Fotos nicht ständig zwischen all den Geräten synchronisieren. Viel einfacher ist es, die Dokumente, Fotos und Videos online zu speichern, in der “Cloud”, und mit den Geräten direkt darauf zuzugreifen. Auch Freunde, Kollegen oder Familienangehörige können die Daten dann bequemer nutzen.

Auch wenn es Bedenken in Sachen Datenschutz gibt: Da große Unternehmen wie Microsoft, Google oder Apple das Cloud Computing derzeit mit Nachdruck bewerben, ist mit einer starken Zunahme der Akzeptanz zu rechnen. Auch viele Konsumenten speichern ihre Daten zunehmend online und nutzen Online-Anwendungen. Auf der Cebit 2011, die im März stattfindet, wird Cloud Computing eins der beherrschenden Themen sein.

2 Kommentare
  1. Namita
    Namita sagte:

    Setzungen sind zwar verste4ndlich, aber eben auch sehr subjektiv. Hinzu kommt, dass man Standards und Normen vorigbt. Ich halte so etwas ffcr ambivalent und im Einzelfall schwierig. Insofern ist ein Ansinnen einer diskriminierungsfreien Sprache praktisch nicht durchffchrbar, weil jeder darunter etwas anderes versteht. Man ersetzt die unerwfcnschten Euphemismen durch andere, zum Teil komisch-skurrile, zum Teil le4cherliche. Irgendwann kommt dann so etwas wie dabei heraus. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann so etwas informell zur absoluten Regel wird.

  2. Hrdlicka
    Hrdlicka sagte:

    Hallo Herr Schieb,

    ich möchte an dieser Stelle einmal Bastian Sick zitieren:

    “Die Präposition “in” vor einer Jahreszahl ist ein lästiger Anglizismus, der vor allem im Wirtschaftsjargon allgegenwärtig ist. Die deutsche Sprache ist jahrhundertelang ohne diesen Zusatz ausgekommen und braucht ihn auch heute nicht. Die Formulierung “Der Film wird voraussichtlich erst in 2006 in die Kinos kommen” zeugt nicht nur von schlechtem Stil, sie ist außerdem länger als die korrekte deutsche Fassung, für die man das “in” ganz einfach streicht.
    In bestimmten Zusammenhängen, in denen Missverständnisse aufkommen können, empfiehlt es sich, “im Jahre…” beziehungsweise “des Jahres…” vor die Jahreszahl zu setzen:
    Missverständlich: “Die beiden Wissenschaftler haben auf ihrer Reise durch Russland 2003 besonders wertvolle Gemälde gesichtet.”
    Besser: “Die beiden Wissenschaftler haben auf ihrer Reise durch Russland im Jahre 2003 besonders wertvolle Gemälde gesichtet.”

    Vielleicht sehen Sie die Möglichkeit, neben Ihren oft wertvollen Tipps aus dem Bereich Computer, als Journalist gelegentlich Ihren eigenen Sprachgebrauch kritisch zu hinterfragen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hrdlicka

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