Moderne Smartphones wie Apples iPhone oder die Android-Handys mit Google-Betriebssystem sind Minicomputer zum Mitnehmen – und für die aller meisten Besitzer eine regelrechte Blackbox. Was da alles im Hintergrund abläuft, die meisten haben keinen blassen Schimmer.

Viele Android-Benutzer haben diese Woche dann auch nicht schlecht gestaunt, denn plötzlich waren einige Apps von ihren Geräten verschwunden. Einfach weg, nicht mehr benutzbar. Google hatte die Anwendungen per Fernsteuerung entfernt. Nicht nur aus dem Android Market, dem Onlinemarktplatz für Android-Anwendungen, sondern auch gleich von allen Handys, auf denen die Programme bereits installiert waren. 200.000 Handys sollen betroffen gewesen sein.

So was kann Google? Bereits geladene Anwendungen vom Handy entfernen? Ja, Google kann so etwas. So eine Kill-Switch-Funktion ist auch bei Apples iPhone vorgesehen. Sie dient der Sicherheit, denn Anwendungen, die sich als problematisch erweisen, etwa weil sie Daten klauen, Trojaner also, können auf diese Weise jederzeit unschädlich gemacht werden. So war das auch im vorliegenden Fall: Google hat es gut gemeint und 50 Programme deaktiviert, die möglicherweise Daten ausspionieren.

Aber viele sind verblüfft, dass so etwas überhaupt geht. Dass große Konzerne wie Google oder Apple die Kontrolle über das eigene Handy haben und sogar installierte Programme wortlos wieder entfernen können. Eine Form von Bevormundung, die einen doch unangenehmen Beigeschmack hat. Als Benutzer sollte man doch wenigstens die Wahl haben, ob man es möchte oder nicht, dass Google, Apple und Co. einem aufs Handy gucken und dort aktiv werden, auch wenn’s gut gemeint. Die Allmachtphantasien der großen Player im Markt müssen dringend eingedämmt werden.

1 Antwort
  1. Robert
    Robert sagte:

    Das kommt einem doch bekannt vor!
    Amazon hat das für seine eBook-Reader vor ein paar Jahren auch schon gemacht (zur Erinnerung: Damals hat Amazon das Buch “1984” aus dem Marktplatz und von allen Kindle-Geräten gelöscht, da die Lizenzierung nicht korrekt war bzw. gar ganz gefehlt hat).
    Der Aufschrei war zwar heftig aber kurz und hat scheinbar an der Situation grundsätzlich nichts verändert.

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