Über 1500 Seiten stark ist das Pamphlet, das der mutmaßliche Täter der Anschläge in Norwegen verfasst und 77 Minuten vor dem ersten Anschlag per E-Mail verschickt hat, an über 1000 Adressen. Empfänger waren vor allem Personen, von denen der mutmaßliche Täter glaubt, sie könnten etwas damit anfangen oder würden es weiter verbreiten.

Niemand sollte das elektronische Dokument im Internet verbreiten, nicht etwa, weil es verboten wäre, sondern weil es sich nicht gehört. Weil es genau das ist, was sich der mutmaßliche Täter wünschen würde. Aufmerksamkeit. Und diesen Gefallen muss man ihm nun wirklich nicht tun.

Leider kursiert das Pamphlet mittlerweile als PDF-Datei frei im Netz. Man kann relativ leicht ran kommen. Darum gefällt mir die Aktion der Hacktivistengruppe Anonymous so gut. Sie hat nämlich angekündigt, möglichst viele verfremdete Versionen des Pamphlets in Umlauf zu bringen, so viele, dass man nicht mehr sicher sein kann, ob man nun das Original oder eine veränderte Kopie in den Händen hält.

Die Idee ist simpel, aber überzeugend: Wenn man nicht mehr weiß, ob man nun das Original mit den kruden Gedanken des mutmaßlichen Attentäters aus dem Netz geladen hat oder eine stark verfremde Version, dann kann man es auch gleich lassen. Vielleicht und hoffentlich reduziert diese Aktion das Interesse an dem Manifest genannten Pamphlet.