Lange galt Apple als cool. Doch dieses Image bekommt Risse, nicht zuletzt deswegen, weil Apple sich immer stärker und vor allem öfter auf juristischem Weg zu wehren versucht. So hat Apple in Deutschland das koreanische Unternehmen Samsung von den Kadi gezerrt. Angeblich sei das Galaxy Tab eine plumpe Kopie des iPad. Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden: Samsung darf sein Galaxy Tab 10.1 auch weiterhin in Deutschland nicht verkaufen, weil es zu viele äußerliche Ähnlichkeiten gibt.

Zur Diskussion stand diesmal nicht die Technik, es ging auch nicht um Patente, sondern ausschließlich um die Optik, das Layout, das Look-and-Feel der Geräte. Apple hat sich das in Europa als sogenanntes Geschmacksmuster schützen lassen. Strategischer Vorteil für Apple: Das kalinfornische Unternehmen konnte sich vor Gericht durchsetzen und Samsung in die Suppe spucjen. Wieder mal einen Konkurrenten mit juristischen Mitteln ausgebremst. Betroffen ist das Modell 10.1. Man wird es auch weiterhin in Deutschland nicht offiziell kaufen können.

Ich kann den Fall nicht juristisch beurteilen. Aber technisch gibt es doch eine Menge Unterschiede zwischen dem iPad und dem Galaxy Tab, etwa bei der Ausstattung. Abgesehen davon läuft ein komplett anderes Betriebssystem auf dem Samsung-Tablet. Zweifellos: Apple hat die Industrie revolutioniert, den Tablet-Rechner hoffähig gemacht. Man kann nicht abstreiten, dass davon nun alle anderen Hersteller profitieren – und auch profitieren wollen. Aber ein Tablet-PC ist nun mal ein Tablet-PC, flach, schlank, mit Touchscreen, allzu viele Möglichkeiten, sich im Design zu unterscheiden gibt es meiner Meinung nach nicht. Darüber zu diskutieren, dass auch beim Samsung-Gerät die Ecken rund sind, finde ich nahe an der Realsatire.

Apple kann sich über das Urteil freuen. Wir als Konsumenten hingegen nicht, denn das Galaxy Tab ist bislang der einzige Tablet-PC, der dem iPad das Wasser reichen kann – bei deutlich geringeren Anschaffungskosten. Es ist sehr schade, dass deutsche Kunden davon im Augenblick nicht profitieren können. Aber was zu merken ist: Auch Apple zahlt einen Preis. Die Stimmung kippt allmählich. Ich höre immer öfter von Leuten, die sich nun erst recht einen Galaxy Tab besorgen, und sei es im Ausland. Eigentlich eine gute Idee.

7 Kommentare
  1. platinum
    platinum sagte:

    @IchSeheEsAnders

    Hier ein Link zu einem Bericht, bei dem man sieht, dass Apple von Samsung abgekupfert hat (und nicht umgekehrt):

    http://www.netbooknews.de/47157/aufgeflogen-samsung-kopierte-ipad-schon-jahre-2006/

    Apple macht es sich leicht, da sieht man ein schönes Design bei einer anderen Firma, schaut, ob dieses geschützt ist, wenn nein, dann bedient man sich und lässt es sich selbst schützen. Wenn dann die „beklaute“ Firma auch noch die Dreistigkeit besitzt, weitere Geräte – nach dem von ihnen ja selbst entwickelten Design – zu bauen, wird sie vor den Kadi gezerrt. Jeder der hier auch nur annähernd Apple „in Schutz“ nimmt zeugt nur davon dass er entweder von der Materie keine Ahnung hat oder zu DER Gruppe gehört, die Produkte einer solchen Firma wegen ihres eigenen Ansehens/Prestige (sprich: Angabe) benötigen.

    Oha, habe gerade beim Schreiben entdeckt, dass mein LCD-Monitor exakt den von Apple genannten Designvorgaben entspricht…

  2. Michael
    Michael sagte:

    Also ich finde das Urteil lächerlich, kann da nur Gilhorn zustimmen.
    Apple macht sich bestimmt nicht beliebt mit so einem Vorgehen in der Tablet Community….

  3. IchSeheEsAnders
    IchSeheEsAnders sagte:

    Verständlich!!!!! Wer erfindet oder entwickelt irgendwas, und lässt sich die Butter vom Brot klauen??? Sicherlich keiner oder? Wenn ja, bitte ich um euer Geld. Konto Nr, kann ich euch geben NA, wer gibt mir Geld??
    Bei Samsung erkennt man SOFORT, das sie sich bei Apple bedient haben, und so etwas ist nicht nur Krass, sondern Frech finde ich.

  4. Gilhorn
    Gilhorn sagte:

    Die Dinger sind quadratisch, flach, haben ein Display und fast alle die gleiche Größe.

    Ich werde jetzt ein Geschmacksmuster auf meinen Küchentisch eintragen lassen.
    Dies wäre wenigstens sinnvoll, da es bei Küchentischen ganz sicher sehr viel mehr Varianten gibt, als bei iPad-ähnlichen Geräten.

  5. platinum
    platinum sagte:

    Wir haben aus unserem Produktportfolio sofort alle Apple-Produkte entfernt. Bin mal gespannt, wann eine (wahrscheinlich amerikanische) Firma darauf kommt, das Design eines Fernsehers (rechteckig, Format 16:9, flach… etc.) zu schützen. Von der gebräuchlichen, englischen Bezeichnung für „Fenster“ sind wir es ja mittlerweile gewohnt.

    @Steffen Jobbes:
    Schon Jahre bevor Apple ein übrigens weltweit gebräuchliches, da funktionales Design per Geschmacksmuster schützen ließ, hat Samsung einen digitalen Bilderrahmen gebaut, der vom Aussehen her mit dem jetzigen Apple-Gerät nahezu identisch ist.

    Lieber Gott, verschone uns vor schwachsinnigen, amerikanischen Firmen und deutschen Gerichten…

  6. Jörg Schieb
    Jörg Schieb sagte:

    Samsung hat keine Patente verletzt, sondern bestenfalls Geschmacksmuster … und auch das muss noch geklärt werden. 🙂 Bislang ging es „nur“ um eine einstweilige Verfügung.

  7. Steffen Jobbes
    Steffen Jobbes sagte:

    Schlechter Artikel, das einzige Image was Risse bekommt ist das von Samsung weil sie Apples Patente verletzen, was das Gericht bestätigt hat!

    Dass Apple sich gegen sowas wehrt ist selbstverständlich!

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