Was weiß Facebook eigentlich konkret über mich? Eine Frage, die sich viele User stellen. Ein Jurastudent aus Wien wollte eine Antwort auf diese Frage – und hat bei Facebook nachgehört. Das amerikanische Unternehmen wollte ihn immer wieder vertrösten, doch der Student ist hartnäckig geblieben, hat auf das Datenschutz- und Konsumentenschutzgesetz Irland gepocht. Das sieht ein Auskunftsrecht vor. Der Österreicher hat sich nicht abwimmeln lassen.

Zusammen mit anderen Studenten hat er eine Gruppe namens Europe v Facebook gegründet. Das Ziel: Facebook auf die Finger zu schauen und für mehr Transparenz zu sorgen.

Die Mühe hat sixh gelohnt: Am Ende hat Facebook eine CD mit Daten rausgerückt. Ausgedruckt über 1200 DIN-A4-Seiten. Mit konkreten Profildaten, mit Infos über Chats, Besuch von Demonstrationen, Hinweise auf die sexuelle Orientierung und mehr. Besonders brisant: Es wurden auch Daten ausgewiesen, die der Student vorher gelöscht hatte, von Facebook aber nach wie vor gespeichert wurden. Nun haben einige Studenten Anzeige erstattet. Sie wollen, dass Facebook sein Speicherverhalten ändert.

Eine wunderbare Aktion: Die eigenen Rechte nutzen, um Aufklärung zu betreiben. Respekt! Es braucht unbedingt mehr Transparenz. Onlinedienste müssten solche Informationen auf Knopfdruck zur Verfügung stellen. Jedem.

1 Antwort
  1. Robert
    Robert sagte:

    Es geht hier nicht nur um das Auskunftsrecht, sondern vielmehr über den Datenhunger von Facebook. Mit der Auskunftsanfrage und der nachfolgenden Anzeigen bei der irischen Datenschutzbehörde geht es darum, das Facebook Daten erfasst, die kein Benutzer (auch normaler Surfer, die keinen Facebook-Account haben) bewusst bei Facebook hinterlegt und solche und direkt hinterlegte Daten nie mehr löscht, sondern nur versteckt.
    Das ist genau der Grund warum in letzter Zeit die viele Diskussionen über den Datenschutz in Europa entfacht sind. Es ist nicht eine Frage, dass man den modernen Medien konservativ entgegensteht, sondern vielmehr, dass jeder Benutzer selbst entscheiden kann welche Daten zu welcher Zeit über ihn gespeichert und veröffentlicht werden. Auch im Jahr 2050, wenn Web 2.0 womoglich Web 5.0 heissen mag, sollte man noch immer Herr über die eigenen Daten sein, auch wenn man sich entscheidet viele davon im Internet offenzulegen.

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