Manche Menschen haben ein bezauberndes Lächeln, wer es sieht, dem geht das Herz auf. Aber wer hätte gedacht, dass man mit dem Gesicht Musik machen kann, sich mit Mimik und Gestik durchaus schöne Klänge erzeugen lassen? Wer jetzt an Microsoft Kinect denkt, liegt zumindest teilweise richtig. Denn in der Tat: Heute lassen sich mit Kameras durchaus Körperbewegungen beobachten – und Software reagiert darauf.

Doch nun habe ich eine Software für den PC entdeckt, nicht für die Xbox, die es tatsächlich erlaubt, mit dem Gesicht – oder besser: mit Gesichtsausdrücken – Musik zu machen. Das Ergebnis sieht erstaunlich aus und hört sich verblüggend an.

Es macht nicht nur Spaß, auf diese Weise Musik zu erzeugen (ich habe es ausprobiert), es klingt sogar richtig gut. Das FaceOSC getaufte Programm scannt mit Hilfe der Webcam das Gesicht des Benutzers, analysiert Mimik und Gestik. Jede Bewegung steuert die Musik, verändert Tonhöhe, Takt, Rhythmus und Stil des Synthesizers. Das Anheben der Augenbraue erzeugt einen Halleffekt. Es macht Spaß herauszufinden, welche Effekte sich erzielen lassen – und womit. Wie das alles genau funktioniert, erklärt der Erfinder der Software in einem Video.

Dazu hat der Musikfan verschiedene OpenSource-Programme miteinander kombiniert, auf diese Weise ein eigenes OpenSource-Projekt auf die Beine gestellt. Darum kann jeder die FaceOSC genannte Software kostenlos laden und benutzen. FaceOSC erledigt das Analysieren der Bildinformationen und liefert die Daten dann ein an Musikprogramm wie OSCulator, ebenfalls gratis zu haben.

Eine wikrlich schöne Idee, die allerdings noch recht experimentell ist. Doch das Ergebnis spricht durchaus für sich. Es gibt bereits erste Demovideos, die zeigen, was sich mit der neuen Software so alles anstellen lässt. Ein User hat schon einen Schritt weiter gedacht – und nutzt FaceOSC nicht, um Musik zu machen, sondern um eine Flash-Anwendung zu bedienen. Per Kopfneigung lässt sich ein virtueller Flieger auf dem Bildschirm steuern.

httpv://www.youtube.com/watch?v=ArG3t_OOYis

Ich denke, hier entsteht eine wirklich interessante Alternative zu Microsoft Kinect. Die populäre Erweiterung für die Spielekonsole Xbox 360 erlaubt auch, Spiele per Körperbewegung zu steuern. Es gibt Kinect aber noch nicht für PC oder Mac. Die kostenlose OpenSource-Software hingegen kann von jedem genutzt und auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Die ersten Experimente lassen einiges erwarten. Programme oder Spiele mit dem Kopf, mit Gesten und Mimik steuern – keine wirkliche Zukunftsmusik mehr, sondern durchaus möglich.