Bislang hat die Musikindustrie immer nur gejammert, wenn das Wort „Internet“ fällt. Für alles soll das Netz verantwortlich sein, vor allem für Umsatzeinbußen bei den Musiklabels. Doch jetzt äußert sich zum ersten Mal jemand aus dem Musik-Betrieb positiv über das Internet. Edgar Berger, der das internationale Geschäft von Sony Music leitet, sieht das Internet als, so wörtlich „Segen für die Musikindustrie“ an.

Recht hat er, denn eigentlich ist das Internet eine prima Verkaufsplattform für Musik. Es gibt mittlerweile über 500 legale Musikhändler im Netz – und immer verdient die Musikindustrie mit. Sie muss keine CDs mehr pressen. Und soziale Netzwerke, Foren und Videoplattformen sorgen kostenlos für Aufmerksamkeit und Werbung. Was will man eigentlich mehr?

Berger will noch mehr legale Downloads. Einverstanden. Kann man verstehen. Aber man muss an dieser Stelle auch mal eindeutig sagen: Die Musikindustrie hat halt auch viel zu lange versucht, den Onlinetrend aufzuhalten, sich unsinnige Sachen wie Kopierschutz und eigene Dateiformate ausgedacht, dabei wollten alle nur MP3. Jetzt gibt es Musik im MP3-Format – und es läuft. Die Filmindustrie sollte davon lernen. Schnell.