Selten ist ein Programm, eine App oder eine Website schon in der ersten erstellten Version gänzlich fehlerfrei. Und je größer das Projekt, desto mehr Fehlerquellen treten natürlich auf. Deswegen lassen Programmierer und Softwareschmieden Vorabversionen ihrer neuen Programme gewöhnlich von Beta-Testern ausprobieren. Die haben die Aufgabe, Fehler zu suchen.

Mit dem planlosen Herumklicken ist es allerdings nicht getan. Vielmehr sollte der Tester beim Ausprobieren einer Software möglichst jede einzelne Funktion aufrufen, um zu sehen, ob sie fehlerfrei klappt. Auch absichtlich falsche Eingaben, wie zum Beispiel eine 6-stellige Postleitzahl, sollte der Tester dem Programm versuchen unterzujubeln. So lässt sich herausfinden, ob die Anwendung Eingabefehler des Benutzers zuverlässig verhindert, statt falsche Werte zuzulassen.

Hat der Tester einmal einen Fehler gefunden, versucht er, genau denselben Fehler noch einmal hervorzurufen. Schafft er das, ist die erste Hälfte seiner Arbeit erledigt, denn er hat einen sogenannten „reproduzierbaren Bug“ gefunden. „Bug“ (wörtlich: Käfer) steht dabei für einen Programmierfehler. Nun muss der Tester aufzeichnen, welche einzelnen Schritte zum Auftreten des Fehlers führen. Dieses Protokoll sendet er dann, zusammen mit einer Zusammenfassung des Systems, auf dem die Software ausprobiert wurde, an den Hersteller. Der findet dann heraus, warum der Fehler auftritt, und kann ihn anschließend beheben.

Auch Microsoft nutzt Betatester: Beim neuen Windows 8 wird kurzerhand jeder, der das System ausprobieren will, zum Tester erklärt. Durch die Masse an unterschiedlichen Computern und Konfigurationen lassen sich viele Fehler schneller finden als sonst.