Wenn Geld keine Rolle spielt, zumindest auf den ersten Blick, dann ist so etwas möglich: Ein Online-Riese wie Facebook verleibt sich das vergleichweise kleine Unternehmen Instagram ein – für Sage und Schreibe eine Milliarde Dollar. Eine Milliarde Dollar für ein Unternehmen, das praktisch keinen Umsatz erwirtschaftet, bis jetzt.

Doch Instagram hat 30 Millionen Mitglieder. Das ist natürlich was. Nun fragt man sich, wieso Faceboo für 30 Millionen Mitglieder eine Milliarde Dollar zahlt. Eigentlich unnötig, Facebook hat selbst 845 Millionen regelmäßig aktive Mitglieder – und ist auf 30 Millionen mehr oder weniger nicht angewiesen. Zumal viele, die den Fotodienst Instagram benutzen, längst schon Facebook-Mitglieder sind.

Was also treibt Mark Zuckerberg an, sich Instagram für derart viel Geld einzuverleiben?

Es kann nur der „Chic“ sein, den Instagram verströmt. Es ist einfach beliebt, mal eben einen Schnappschuss zu machen und mit seinen Freunden zu teilen. Die vielen Filter, die Instagram anbietet und die digitale Fotoaufnahmen aussehen lassen wie alte, retro eben, spielt auch eine Rolle. Aber wenn es nur um die Filter ginge: Das hätten die Facebook-Entwickler für kleines Geld selbst programmieren und ihren Dienst einbauen können.

Nein, es geht eindeutig darum, ein bisschen „Ease of Use“ und Coolness einzukaufen. Beides hat Instagram zweifellos zu bieten, und das will Facebook auch. Vielleicht plant Facebook auch, neben der eigentlichen Facebook-Anwendung künftig auch vermehrt eigenständige Apss anzubieten, die bei Facebook Daten (hier: Fotos) abliefern, ohne dass man die Haupt-App nutzen muss. Gut möglich – und eine schlechte Strategie wäre das vermutlich nicht.