Rund zwei Drittel aller Menschen sind derzeit noch vom Internet ausgeschlossen. Fünf Milliarden Menschen, die nicht online gehen können, die nicht googeln oder sich über Facebook befreunden können. Und es ist nicht abzusehen, dass sich das rasch ändert. Deshalb wurde jetzt eine Initiative gestartet, die helfen will: Internet.org. Angeführt von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

  • Welche Idee steckt konkret hinter Internet.org und wer macht mit?

Der Ansatz vom internet.org ist klar: Bislang ist nur rund ein Drittel der Menschheit online oder hat Zugang zum Internet. Zwei Drittel sind ausgeschlossen. Fünf Milliarden, die noch keinen Zugang zum Internet haben, selbst wenn sie wollten – und die damit auch vom Wissen der Welt abgeschnitten sind, weil heute ja nahezu alles im Internet stattfindet. Das soll sich ändern.

Angeführt wir die Initiative von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, aber er hat sich Unterstützung geholt. Neben Nokia machen unter anderem auch Samsung, Ericsson und Browser-Hersteller Opera mit. Gemeinsam haben sie ein Ziel: Länder in der dritten Welt und Schwellenländer besser mit Internetzugängen zu versorgen, denn hier kostet ein Internetzugang oft ein durchschnittliches Monatsgehalt. Internet.org möchte die Internetzugänge möglichst günstig anbieten, idealerweise sogar gratis.

  • Wie soll das Ziel denn erreicht werden?

Noch sind die Pläne eher vage, nicht sonderlich konkret. Aber ein paar Möglichkeiten wurden bereits angesprochen. So will die Initiative zum Beispiel dafür sorgen, dass Smartphones hergestellt werden, die erschwinglich sind. Niemand in den Schwellenländern kann sich Smartphones leisten, die 500 Euro oder mehr kosten. Die Geräte müssen für unter 100 Dollar angeboten werden, damit sie Abnehmer finden. Deshalb sind auch einige Handyhersteller mit im Boot.

Dann muss natürlich eine Infrastruktur her, es müssen Internetzugänge angeboten werden, fest installiert und mobil. Eine solche Infrastruktur aufzubauen ist kostspielig und wird dauern. Dann braucht es aber auch kostenlos erhältliche Software, auch entwickelt die Allianz Programme, um die Daten zu komprimieren, damit die Datenleitungen besser ausgenutzt werden. Es gibt also verschiedene Baustellen.

 

  • Nun ist Mark Zuckerberg niemand, der als besonders altruistisch gilt. Warum also diese Initiative, kann Facebook davon profitieren?

Facebook hat 1,1 Milliarden Mitglieder und wächst jetzt nur noch vergleichsweise bescheiden. Da sucht ein Unternehmen wie Facebook natürlich nach neuen Märkten, und die Schwellenländer sind ein interessanter Markt, allein aufgrund der Zahl an Menschen, die dort leben. Zuckerberg will die Menschen also mit dem Internet verbinden, und die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass viele von ihnen sich auch vernetzen wollen, zum Beispiel über Facebook. Das würde dem Unternehmen größere Reichweiten und interessante neue Werbemöglichkeiten bieten.

 

  • Ist das die einzige Initiative in diese Richtung oder gibt es noch andere Beispiele?

Es gibt noch andere Beispiele. So werden gerade von Kommunikationsanbietern wie Telefonica und Telekom Smartphones unterstützt, die besonders günstig sind, deutlich unter 100 Dollar. Ausgestattet mit Firefox OS, einem kostenlosen Betriebssystem und ohne Anbindung an die großen Onlinedienste und –shops von Google und Apple.

Google wiederum hat mit Google Loon ein außergewöhnliches Projekt gestartet, um auch entlegene Gebiete mit Internet zu versorgen. Hier werden Ballons in den Himmel geschickt, die in 20 km Höhe fliegen und dort auch bleiben. Rund 1.000 Stück soll es später davon geben. Die Ballons sind miteinander vernetzt und versorgen das Gebiet unter sich per Funk mit Internet. Das ist noch in der Testphase, könnte aber kommen, wenn es erfolgreich ist. Das soll eine vergleichsweise günstige Methode sein, selbst große Gebiete mit Internet zu versorgen.