Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt jede Menge Spuren. Anonymität? Fehlanzeige. Jeder Rechner hat zum Beispiel eine eindeutige IP-Adresse. Und jede Webseite, jeder Server, jeder E-Mail-Dienst kann sie sehen und speichern. So lassen sich Profile anfertigen und beispielsweise passende Werbung präsentieren. Internetbenutzer können relativ leicht überwacht und belauscht werden.

In einem „Virtual Private Network“, kurz VPN, ist das anders. Hier werden die Daten verschlüsselt übertragen. Abhörsicher. Der Benutzer baut über das Internet eine direkte Verbindung zwischen seinem PC und einer VPN-Zentrale auf. Das erledigt eine spezielle Software, es sind keine besonderen Kenntnisse nötig. Dieser Tunnel schützt die übertragenen Daten. Egal, ob Passwörter, Dokumente oder auch nur Webadressen übermittelt werden: Für andere bleiben sie unsichtbar. Sogar in einem offenen WLAN, etwa in einem Café, haben Datendiebe kaum eine Chance.

Und so funktioniert’s in der Praxis: Ein Internetbenutzer möchte etwas bei eBay einkaufen. Ohne VPN ruft er die Webseite auf, gibt sein Passwort ein, bestellt die Ware. Der PC kommuniziert direkt mit dem Auktionshaus, teilweise unverschlüsselt, eBay erkennt den Benutzer anhand der IP-Adresse.

In einem Virtual Private Network läuft das anders. Der PC ruft die Webseite von eBay auf, aber nicht direkt: Die Anforderung wird über den Tunnel an den VPN-Server geschickt. Der stellt dann die Verbindung zu eBay her – dabei wird die IP-Adresse des Benutzers verschleiert. Danach schickt die VPN-Zentrale die Ergebnisse zurück an den PC. Für den Benutzer ändert sich am eigentlichen Surfvorgang nicht viel. Nur ist es besser geschützt. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen.

Jeder kann ein VPN nutzen, um abhörsicher Daten auszutauschen oder anonym im Netz zu surfen. Dazu  braucht man allerdings einen VPN-Server, einen Anbieter, der den Tunnel herstellt und die Daten verschlüsselt. Verschiedene Dienste bieten diesen Service gegen entsprechende Monatsgebühr an.