Es dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben: Wer auf Facebook Informationen über sich preisgibt, darf sich nicht wundern, wenn jeder davon erfährt – möglicherweise über Umwege. Viele Facebook-Benutzer überlegen es sich beim Schreiben eines Postings darum anders: Der bereits geschriebene Text wird wieder zurückgezogen, der Mauscursor klickt nicht auf „Posten“.

Aus Gründen der Diskretion. Was die meisten aber wohl nicht ahnen: Der Browser hat die Eingabe sehr wohl weitergegeben. Facebook bekommt auch das mit. Mark Zuckerbergs Unternehmen registriert, dass da ein Mitglied einen Text geschrieben, den aber nicht abgeschickt hat.

Facebook will nämlich wissen, wie oft die User Selbstzensur betreiben – und bei welchen Themen. Dazu hat das Unternehmen das Verhalten von vier Millionen Facebook-Nutzern über einen Zeitraum von 17 Tagen untersucht. Das Ergebnis: Eine umfangreiche Studie, die Aufschluss über das Thema Selbstzensur geben soll.

Die Forscher versichern, nicht jeden Tastendruck registriert zu haben, sondern lediglich nicht abgeschickte Inhalte. Das Ziel der Studie ist offenbar herauszufinden, warum Menschen etwas nicht abschicken. Womöglich, weil sie noch genauer bestimmen wollen, wer den Text lesen kann. Facebook will weitere Möglichkeiten anbieten, die Zielgruppe eines Postings oder Kommentars noch besser bestimmen zu können. Damit künftig noch mehr Menschen den getippten Text tatsächlich abschicken.

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