Wer in Deutschland in einer ländlichen Region wohnt, kann über Reklame mit Turbo-DSL nur schmunzeln – auch wenn es nichts zu lachen gibt. Denn viele Orte werden einfach nicht mit schnellen DSL-Leitungen ausgerüstet, auch das schnelle Internet per Funk (LTE) lässt auf sich warten. Aber selbst in Ballungsgebieten ist nicht alles zum Besten bestellt. Die OECD stellt Deutschland jetzt ein miserables Zeugnis aus.

Platz 27 von 34 Nationen, nicht weit entfernt vor Portugal, Griechenland oder Slovenien – das ist die Platzierung der OECD in der Kategorie Nutzung mobiler Breitbanddienste. Trotz LTE-Netze in Deutschland. Wer in Ballungsgebieten versucht, sein von den Providern versprochenes Turbotempo auch wirklich zu bekommen, wird oft massiv enttäuscht.

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Aber es ist nicht allein das Tempo, sondern die Frage, wie viele Menschen die Dienste nutzen. Obwohl man den Eindruck haben könnte: alle (weil die Netze oft so langsam sind), so sind es in Deutschland nur 45,1 aller Nutzer von Smartphones und Tablets, die breitbandig online gehen, während es im OECD-Durchschnitt 72% sind. Um deutlich zu machen, wie schlecht dieser Wert ist: Länder wie USA, Japan, Schweden oder Dänemark kommen auf über 100%, weil viele User (wie ich) gleich mehrere mobile Geräte mit dem Mobilfunknetz verbinden. Und in Deutschland? Autsch!

Beim Breitband über Draht (Festnetz) sieht es zwar etwas besser, aber auch nicht dramatisch besser aus. Da liegt Deutschland auf Platz neun. Angeführt wird diese Liste von der Schweiz, der Niederlande und Dänemark. Aber das wirtschaftlich starke Deutschland begnügt sich mit Platz neun – es muss wohl reichen, wenn wir Weltmeister sind im Fußball.

Wenn es noch eines Weckrufs bedarf, dass dringend etwas passieren muss, egal ob im Mobilbereich oder im Festnetz/DSL: Jetzt ist er da – leider nicht zum ersten Mal, dass die OECD uns ein derart schlechtes Zeugnis ausstellt.