Das Recht auf Vergessen: Seit einigen Wochen können Europäer von Google und anderen Suchdiensten verlangen, dass Links entfernt werden, wenn sie auf wenig schkeichelhafte Inhalte verweisen. Google hat bereits Tausende von Löschanträgen bearbeitet. Jetzt wurde laut Observer auch zum ersten Mal ein Artikel aus dem Onlinelexikon Wikipedia aus dem Index entfernt.

Welcher Artikel aus Wikipedia betroffen ist und aus dem Suchindes von Google Europa geflogen ist, ist ebenso wenig bekannt wie wer die Löschung beauftragt hat. Eins steht aber fest: Die Löschung von Wikipedia-Artikeln aus dem Index macht deutlich, wie absurd das EUGh-Urteil eigentlich ist. Schließlich ist Wikipedia das Lexikon des 21. Jahrhunderts. Wenn man darauf nicht mehr verlinken darf oder durch ein Gerichtsurteil indirekt die Verlinkung darauf unterbleiben muss, dann stimmt etwas nicht.

Ich bleibe bei meiner Kritik: Das Urteil ist grundfalsch. Wer Probleme mit Inhalten hat, sollte sich um die Beseitung der Inhalte kümmern und nicht die Hinweisschilder abmontieren (lassen). Bis zum Mitte Juli sind rund 90.000 Löschanfragen bei Google eingegangen, die der Konzern abarbeiten muss. Das Ausmaß der Löschanträge ist wirklich absurd hoch – und macht deutlich, wie groß der Schaden durch das Urteil ist.

google-76517_640