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ARD/ZDF Online-Studie: Im Netz macht niemand TV-Sendungen, nur Unterhaltung

07.09.2014 | Von Jörg Schieb

Tipps

Druckfrisch liegt sie vor mir, die neue ARD/ZDF Online-Studie, die 18. mittlerweile. Kleiner Scherz. Denn natürlich wird die Online-Studie nicht gedruckt verteilt, sondern zum Download angeboten. Alles andere wäre auch verrückt – aber natürlich absolut denkbar. Wer seine Nase in die Studie steckt, wird erkennen: Das Internet greift immer mehr Raum. Zwar ist das Fernsehen bei den Älteren nach wie vor Leitmedium: Eine Sehdauer von 244 Minuten am Tag ist schon beeindruckend. Allerdings holt das Internet auf. In allen Altersschichten.

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Bei den Jungen, das sind die 14-29-Jährigen, ist das Internet mit 233 Minuten Nutzungsdauer pro Tag bereits auf Platz 1. Fernsehen liegt mit 128 Minuten zu 134 Minutenim Jahr davor deutlich dahinter. Das macht deutlich: DIe Nutzungsgewohnheiten ändern sich bei den Älteren – und bei den Jüngeren sind sie von vorne herein anders. Ich möchte übrigens gar nicht wissen, was in den rund 130 Minuten am Tag im Fernsehen angeschaut wird: RTL2, RTL und Pro7 muss man befürchten.

Aber Lamentieren hilft ja nichts. Problematisch an der Sache ist, dass dieser Wechsel der Mediennuzungsgewohnheiten das Geschrei um die „Zwangsgebühr“ sicher nicht verstummen lässt, sondern im Gegenteil vermutlich zu einem Anwachsen führen dürfte. Immer wieder bekommen wir zu hören, welche interessanten Alternativen es gibt.

Um es aber mal ganz klar zu sagen: Gut gemachte Informationssendungen oder gar News/Nachrichten gibt es im Internet NULL. Und wer einen Blick auf die mit wahrlich großen Zuschauerzahlen ausgestatteten Online-Videotheken wirft, ob Netflix, Amazon Prime Instant Video, Maxdome, Watchever, Telekom Entertain oder wer auch immer: Ein Infoangebot gibt es nirgendwo, bei keinem einzigen der viel gefeierten Video-Dienste. Die Millionen und Abermillionen werden in Unterhaltung versenkt. Spielfilme, Serien – aber keine News. Kein Service. Keine Berichterstattung. Traurig. Gefährlich.

Es wird ja gerne und viel gemeckert über die Öffentlich-Rechtlichen Sender. Aber möchte man wirklich eine Fernsehlandschaft, in der es keine regionale Berichterstattung gibt, keine Nachrichten und News mehr, kein Verbrauchersendungen, niemanden, der den Finger in die Wunde legt, Missstände aufdeckt und anprangert, und das journalistisch unabhängig? Bei den Privaten findet so etwas nur in homöopathischen Dosen stattt, beim Pay-TV im Netz überhaupt nicht. Außer bei den öffentlich-rechtlichen Sendern.

Beängstigend – und ein gutes Argument für den Fortbestand die Öffentlich-Rechtlichen Sender.

 




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