Wenn wir Fotos oder Bilder machen, werden die in der Regel im JPG-Format gespeichert. Auch die meisten Bild im Web sind JPG. Doch nun hat ein Franzose eine Alternative entwickelt: Das „Better Portable Graphics“ Format ermöglicht schärfere Fotos bei geringerem Speicherbedarf. Eine ernsthafte Konkurrenz zu JPG. Ob sich BPG durchsetzt? Die meisten Fotos werden heute als JPG gespeichert. Automatisch. Digitalkameras speichern Fotos als JPG. Screenshot-Programme speichern als JPG. Auch die meisten Bildbearbeitungsprogramme speichern das Ergebnis in der Regel automatisch als JPG. Auch die meisten Bilder im Web liegen im JPG-Format vor.

Dabei gibt es durchaus Alternativen. Manchmal kommt auch das moderne PNG-Format zum Einsatz. Vorteil: PNG bietet auch Transparenz. Trotzdem hat JPG eindeutig die größte Bedeutung.

Doch nun hat ein französischer Softwareentwickler ein neues Bildformat entwickelt. Das Better Portable Graphics (BPG) genannte Format bietet eine deutlich bessere Bildqualität bei gleichzeitig geringerem Speicherbedarf.

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Besserer Algorithmus sorgt für höhere Datendichte

Der französische Entwickler hat es geschafft, mehr Daten auf weniger Raum unterzubringen. Wer Bilder unkomprimiert speichert (RAW-Format), braucht etliche MByte pro Foto. Komprimiert reicht ein Bruchteil – und in der Regel sieht man die Qualitätsverluste kaum. Aber: Sie sind da.

Die vom Entwickler angebotenen Beispiele zeigen den Unterschied wirklich deutlich: BPG braucht tatsächlich weniger Speicherplatz – und bietet gestochen scharfe Bilder. Da bei BPG für jeden Kanal acht bis 14 Bit zur Verfügung stehen, verfügen die Bilder über einen höheren dynamischen Kontrast. Wenn sie entsprechend aufgenommen oder bearbeitet wurden. Die Unterschiede stechen wirklich sofort ins Auge – und man möchte sagen: Ab sofort bitte nur noch BPG.

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Nicht einfach, JPG vom Thron zu stoßen

Die meisten Alternativen zu JPG – und davon gab es in der Vergangenheit bereits einige -, sind daran gescheitert, dass sie von den Browsern nicht unterstützt wurden. Große Verbreitung kann ein Bildformat nur dann bekommen, wenn jeder Browser die Bilder mühelos anzeigen kann, ohne erst aufwändig Plugins installieren zu müssen. Genau das ist bei BPG aber gegeben. Denn Entwickler Bellard hat Javascript-Lösungen im Angebot: Die Miniprogramme versteht jeder moderne Browser und kann die Bilder so mühelos anzeigen.

BPG-Bilder erstellen ist schwierig

Wer am liebsten gleich mal loslegen und experimentieren würde: Das wiederum ist nicht ganz leicht. Denn bislang lassen sich BGP-Bilder ausschließlich mit Hilfe von speziellen Tools (Werkzeugen) erstellen, die einige Fachkenntnisse voraussetzen.

Normale Bildbearbeitungsprogramme bieten die Unterstützung von BPG noch nicht an. Aber das könnte sich vielleicht ändern. Denn die Tatsache, dass sich jeder Browser mit Hilfe von Javascript-Skripten BPG-tauglich machen lässt, ist ein wichtiges Argument.

Dennoch: Ersetzen wird BPG das gute, alte JPG so schnell sicher nicht. Aber es ist eine wirklich interessante Alternative und hat durchaus das Potenzial, dem Klassiker die Stirn zu bieten. Wünschenswert wäre es, denn die Bildqualität von BPG ist wirklich beachtlich.