Ab heute (30.01.2015) gelten die neuen AGBs bei Facebook. Mark Zuckerbergs Unternehmen lässt sich von den Nutzern einiges genehmigen: Nahezu alle Daten, die im sozialen Netzwerk anfallen, ob direkt oder indirekt, können durch Facebook genutzt werden. Vor allem, um passende Anzeigen präsentiert zu bekommen.

Im Gegenzug haben die User mehr Möglichkeiten an der Hand festzulegen, wer ihre Daten sehen kann. Aber was wissen Facebook, Twitter, Google und Co. über uns – und was kann man davon möglicherweise auch wieder löschen?

Ob Facebook, Twitter oder Google: Die großen Onlinedienste bekommen genau mit, wofür wir uns interessieren. Durch das, was wir selbst schreiben – und durch das, was wir lesen, besuchen und liken. Wer sich zum Beispiel viel über Radfahren informiert und über Bikes diskutiert, der bekommt früher oder später passende Reklame gezeigt.

Digitale Akte anfordern

Die großen Onlinedienste kennen und durchschauen uns also genau. Einige von diesen Daten, die Facebook, Google oder Apple erheben und speichern kann man durchaus sichtbar machen. Man kann also praktisch eine Art digitale Akte anfordern. Mit gespeicherten Daten und Erkenntnisse über einen selbst.

facebook-monitore

Facebook zum Beispiel bietet die Akte hier im Bereich „Allgemein“ an. Hinter einem unscheinbaren Link „Lade eine Kopie Deiner Facebook-Daten herunter“ verbirgt sich die Funktion. Einmal anklicken. Nochmal das Passwort eingeben. Fertig. Die Akte steht zum Download bereit und kann geladen werden.

Die Facebook-Akte enthält viele Infos: Wann bin ich wo gewesen, was habe ich gepostet, wo etwas kommentiert oder markiert. Das sind viele Daten – aber keineswegs alle. Facebook weiß noch viel mehr über seine Nutzer, verrät aber nur einen kleinen Teil. Mehr oder weniger nur das, was sowieso öffentlich ist. Auch wenn Facebook nur einen kleinen Teil verrät: Es lohnt sich, sich das mal anzuschauen, damit man einen Eindruck davon gewinnt, wie viele Daten anfallen.

Bildschirmfoto 2015-01-30 um 09.29.42

Auch Twitter und Youtube bietet eim Archiv

Twitter bietet einen ganz ähnlich Service an. Das Twitter-Archiv. Um es zu laden, muss man sich bei Twitter einloggen. Danach das Archiv aufrufen – und man sieht, wann man wo was gepostet hat. Auch Fotos und Videos. Mit übersichtlichen Statistiken und Kalendern. So übersichtlich sieht man das auf der Twitter Timeline nicht. Was Twitter sonst noch speichert, wird aber nicht verraten.

Ähnliche Angebote gibt es bei Youtube und Amazon. Youtube zum Beispiel verrät, nach welchen Videos man gesucht hat. Immerhin: Hier kann man den Suchverlauf auch löschen – oder die Speicherung stoppen. Amazon bietet die Möglichkeit zu sehen, was man in der Vergangenheit alles bestellt hat. Aber auch hier: Keine Möglichkeit, die Daten zu löschen.

Ein bisschen Transparenz gibt es mittlerweile also durchaus. Aber meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig. Und vor allem sollten Benutzer die Möglichkeit haben, einzelne Daten auch wieder zu löschen. Das geht nur recht selten.

Was weiß Google über mich?

Ein besonders großer Datenstaubsauger ist Google. Kein anderes Onlineunternehmen hat derart viele unterschiedliche Onlinedienste im Angebot – und kann entsprechend Daten sammeln. Immerhin gibt sich Google Mühe, Einblicke in die gespeicherten Daten zu gewähren.

Eine gute Startrampe ist das Google Dashboard. Hier präsentiert Google viele der gespeicherten Daten und Infos über einen Benutzer. Wer häufig Google-Dienste nutzt und womöglich auch ein Google-Konto hat, wird erstaunt sein, was im Dashboard alles auftaucht. Übersichtlich unterteilt und gegliedert in die unterschiedlichen Dienste.

Bildschirmfoto 2015-01-30 um 09.28.44

Besonders interessant ist die Such-Historie. Hier ist jeder einzelne Suchbegriff aufgeführt, den man eingetippt hat. Auch wann und wie oft. Das kann hilfreich sein, wenn man eine Suche wiederholen möchte, sich aber nicht mehr genau erinnert. Google listet alles penibel auf. Selbst, ob man nach Bildern gesucht hat – oder was zum Thema Reise.

Bücher. Reisen. Finanzen. Die Suchanfragen sind detailliert gegliedert und gespeichert. Die Such-Historie ist wirklich außerordentlich informativ. Und das zeigt: Google weiß jede Menge. Wer möchte, kann auch Einträge aus der Such-Historie entfernen. Nicht einzelne, sondern nur nach Zeiträumen – aber immerhin.

Die meisten Info-Angebote der Sozialen Netzwerke sind gut versteckt. Auf unserer Homepage aktuellestunde.de habe ich deswegen eine Liste mit den wichtigsten Links zusammengestellt. Damit es einfacher wird.